Wohnung grundsanieren - welche Arbeiten fallen an

Wer seine Wohnung möglichst lange erhalten möchte, ganz gleich ob er selbst darin wohnt oder ob er sie vermietet und einen entsprechend angemessenen Mietpreis dafür erzielen möchte, der sollte darauf bedacht sein, dass sie sich stets in gutem Zustand befindet. Allerdings verfügt nicht jeder über die notwendigen finanziellen Mittel, um die Wohnung einer Grundsanierung zu unterziehen. Um den Kosten-Nutzen-Faktor in einem gemäßigten Rahmen zu halten, muss man sich schon so manches einfallen lassen.

Vor der Arbeit kommt die Kalkulation

Bevor Sie mit der Grundsanierung der Wohnung beginnen, sollten Sie versuchen, die ungefähren Kosten abzuschätzen. Diese setzen sich sowohl aus den Kosten für die erforderlichen Materialien als auch aus den Leistungen der Handwerker zusammen. Wichtig ist auch zu wissen, welche Sanierungsarbeiten erledigt werden und in welcher Form diese erfolgen sollen. Wenn Ihnen nur ein begrenztes Budget für die Sanierung zur Verfügung steht, dann sollten Sie versuchen, die Kosten bestmöglich zu senken. Dies können Sie am besten erreichen, indem Sie die Arbeiten beispielsweise zu einer Zeit in Auftrag geben, in der die Handwerker ohnehin wenig zu tun zu haben, da diese dann in der Regel etwas günstiger arbeiten. Dies ist meist während der Wintermonate der Fall. Dies funktioniert allerdings nur, wenn Sie an keine Termine gebunden sind. Alternativ haben Sie aber auch die Möglichkeit, bis zu 70 Prozent der Kosten einzusparen, indem Sie die zumindest einen Teil der Arbeiten selbst durchführen. Dies hat allerdings zur Folge, dass alles etwas langsamer geht. Allerdings sollten Sie auch wirklich nur die Arbeiten selbst durchführen, die Sie auch tatsächlich selbst korrekt durchzuführen in der Lage sind.

Welche Arbeiten fallen bei einer Grundsanierung an?

Bei einer Grundsanierung einer Wohnung können die unterschiedlichsten Arbeiten anfallen. Zu den häufigsten Aufgaben gehören jedoch unter anderem:

  • Erneuerung der Heizungsanlage
  • Erneuerung oder zumindest Ergänzung der Elektrik
  • Austausch der Bodenbeläge
  • diverse Schönheitsreparaturen
  • Erneuerung der Sanitäranlagen

Erneuerung der Heizung

Insbesondere in einem Altbau gibt es häufig noch Nachtspeicheröfen. Idealerweise werden diese bei einer Grundsanierung vollständig entfernt und gegen neue Heizsysteme ersetzt. Recht kostengünstig in der Anschaffung sind beispielsweise Infrarot- oder Natursteinheizungen, da für diese keine Rohrleitungen verlegt werden müssen. Allerdings sind die Betriebskosten verhältnismäßig hoch. Eine Zentralheizung, welche mit Gas, Heizöl oder anderen Brennstoffen betrieben wird, ist zwar in der Anschaffung und im Einbau deutlich höher, die Betriebskosten dafür jedoch im Vergleich wesentlich geringer, weshalb sich eine solche Heizungsanlage recht schnell amortisiert hat.

Elektrik erneuern

Mit den Jahren können auch Elektroleitungen marode werden, weshalb diese ausgetauscht werden sollten. Gelegentlich kann es auch erforderlich sein, die bestehende Elektrik zu erweitern. Mit etwas Übung können Sie die erforderlichen Schlitze für die Stromleitungen selbst in die Wände stemmen. Anschließend müssen Sie nur noch die Kabel verlegen und die Schlitze wieder zuspachteln. Was die Installation der Elektrik am Sicherungskasten angeht, sollten Sie dies aber besser einem Elektriker überlassen.

Wasserrohre tauschen

Im Laufe der Jahrzehnte können sich vor allem in den Abwasserrohren viele Rückstände bilden, welche irgendwann für eine Rohrverstopfung verantwortlich sind. Auch kommt es oft genug vor, dass die Abwasserrohre bersten und zum Beispiel Wurzeln von Bäumen oder anderen Pflanzen hineinwachsen. Solche Abwasserrohre müssen dann unweigerlich erneuert werden. Aber auch die Zuleitungen von frischem Brauchwasser können sich je nach Kalkgehalt im Wasser zusetzen, da sich nach und nach eine dicke Kalkschicht an den Innenwänden der Rohre ablagern, bis schließlich irgendwann gar nichts mehr geht. Auch diese Arbeiten überlassen Sie am besten immer einem erfahrenen Sanitärbetrieb, um nach der Fertigstellung der Arbeiten einen schleichenden Wasserschaden aufgrund minimalst undichter Wasserrohre zu vermeiden.

Bodenbeläge erneuern

Früher wurden häufig Dielenböden verlegt, gerne auch Echtholzparkett, die jedoch auch irgendwann in die Jahre kommen können und infolgedessen getauscht werden müssen. Nicht selten befinden sich auch Linoleumböden in den Wohnungen, die mit der Zeit unansehnlich werden, ebenso wie alte Teppichböden. Bei Echtholzparkett bietet es sich an, dieses abzuschleifen und zu versiegeln. Alle anderen Böden müssen aber in der Regel vollständig ersetzt werden. Ein neuer Linoleumboden ist besonders strapazierfähig und pflegeleicht und mit dem biederen, marmorierten Boden von damals nicht mehr wirlich zu vergleichen. Alternativ bietet es sich auch an, Klicklaminat zu verlegen. Sowohl Linoleum als auch Laminat können von Ihnen selbst verlegt werden und bedürfen nicht zwangsläufig der Ausführung durch einen Handwerker, sodass Sie hier lediglich die Materialkosten zu tragen haben.

Schönheitsreparaturen

Darüber hinaus sind aber auch zahlreiche Schönheitsreparaturen erforderlich. Müssen beispielsweise Fenster und Türen nicht erneuert werden, weil sie den heutigen Anforderungen noch gerecht werden, dann empfiehlt es sich, diesen einen neuen Anstrich zu verpassen. Vor allem die Außenseiten sind dabei besonders sorgsam zu behandeln. Befinden sich hier etwa Risse im Holz, kann leicht Wasser eindringen. Deshalb müssen die Außenseiten auch besondern gut bearbeitet werden.

Vor allem Bad und Küche sind häufig gefliest. Doch nicht jeder Fliesenspiegel muss auch sofort von der Wand geschlagen werden, wenn dieser nicht mehr zeitgemäß ist. Alternativ bietet es sich an, die Fugen zu entfernen und zu erneuern oder einfach nur zu gründlich zu reinigen, was bei Zementfugen beispielsweise mit Essigreiniger oder Waschbenzin möglich ist. Die Fliesen selbst können mit speziellem Fliesenlack und einem Farbroller mit einem neuen Anstrich versehen werden.

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