Wohnfläche richtig berechnen

Es ist nicht gerade untypisch, dass es Unklarheiten bei der Berechnung der Wohnfläche gibt. Heutzutage gibt es mehrere Berechnungsmöglichkeiten, die auch alle gültig sind. Die Ergebnisse weichen teilweise allerdings stark voneinander ab. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie die Flächenangaben überprüfen lassen oder sie selber überprüfen, wenn Sie sich ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Abhängig von der verwendeten Berechnungsmethode gibt es auch manche Flächen, die entweder nur zum Teil oder gar nicht zu der Wohnfläche gezählt werden. In diesem Text erfahren Sie, wie die Wohnfläche richtig berechnet wird und wie Sie überprüfen können, ob Ihre Wohnung richtig berechnet wurde.

Was zählt überhaupt zu der Wohnfläche?

Für die Berechnung der Wohnfläche werden alle anrechbaren Grundflächen der Räume innerhalb einer Wohnung zusammen gezählt. Das Wort „anrechbar“ ist in diesem Kontext wichtig, da nicht immer die gesamte Grundfläche der Wohnung auch in die Wohnfläche eingeht. Vor allem bei Wohnungen mit Dachschrägen weicht die Grundfläche gerne mal von der Wohnfläche ab. Flächen wie beispielsweise die Terrasse geht auch nur teilweise in die Wohnfläche ein.

Es gibt mehrere Möglichkeiten für die Berechnung der Wohnfläche. Die bekannteste ist die Wohnflächenberechnung nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV). Danach werden folgende Räume mit in die Berechnung einbezogen:

  • Schlafzimmer
  • Wohnzimmer
  • Esszimmer
  • Kinderzimmer
  • Badezimmer
  • Küchen
  • Dielen und Flure
  • Toilettenräume
  • andere Nebenräume wie beispielsweise eine Speisekammer

Folgende Räume hingehen werden nicht mit in die Wohnfläche einbezogen:

  • Garagen
  • Heizungsräume
  • Waschküchen
  • Trockenräume
  • Abstellräume außerhalb der Wohnung (Keller oder Dachboden)

Wenn Sie einen beheizbaren Wintergarten oder Schwimmbereich besitzen, gehen diese mit ihrer gesamten Fläche in die Berechnung der Wohnfläche ein. Ein ungeheizter Wintergarten oder Schwimmbereich gehen allerdings nur mit der Hälfte ihrer Grundfläche in die Berechnung mit ein.

Wofür ist die Wohnfläche wichtig?

Zum einen ist die Wohnfläche die Berechnungsgrundlage für die Höhe der Miete. Es kann also dazu kommen, dass es durch eine fehlerhafte Wohnflächenberechnung zu finanziellen Nachteilen für den Mieter kommt. Außerdem kann ein zu hoch angesetzter Wert dazu führen, das die Nebenkosten höher sind, als es bei einer richtigen Berechnung der Fall gewesen wäre.

Die Sonderregelungen

Besonders wichtig neben der Grundfläche ist auch die Höhe des Raumes. Nach der Wohnflächenverordnung werden nämlich nur die Flächen komplett in die Wohnfläche einbezogen, die eine Höhe von mindestens zwei Metern aufweisen können. Wenn die Höhe allerdings nur zwischen einem und zwei Metern liegt, wird nur die Hälfte der Fläche mit eingerechnet. Das ist häufig bei Dachschrägen der Fall. Hat ein Teil des Raumes eine Höhe von weniger als einem Meter, wird sie gar nicht in die Rechnung miteinbezogen.

Außerdem werden von der Wohnfläche auch die Grundflächen von einem Schornstein oder anderen Säulen abgezogen, wenn diese mindestens 1,5 Meter hoch sind. Zusätzlich werden Türnischen, Treppen mit mehr als drei Stufen sowie auch Wand- und Fensternischen, die nicht bis zum Boden gehen, von der Wohnfläche abgezogen.

Ist meine Wohnung überhaupt richtig berechnet?

Wenn Sie Ihre Wohnung ausgemessen haben und einen anderen Wert herausbekommen haben, als der, der im Mietvertrag steht, kann das zum einen durch die verschiedenen Berechnungsmethoden zustande kommen. Es besteht keine Pflicht, die Berechnungsmethode im Mietvertrag festzulegen, allerdings würde es die Sache ein wenig erleichtern.

Sollten Sie tatsächlich feststellen, dass die angegebene Wohnfläche um mehr als 10 Prozent von der tatsächlichen Wohnfläche abweicht, haben Sie das Recht zu einer Mietminderung. Diese Mietminderung lässt sich auch ganz einfach berechnen. Wenn Ihre Wohnung 11 Prozent kleiner ist, als eigentlich angegeben, kann die Miete auch um 11 Prozent reduziert werden. Sollte die Abweichung allerdings 10 Prozent oder weniger betragen, haben Sie als Mieter keinerlei Chance auf eine Mietminderung.

Die Miete, die Sie gegebenenfalls zu viel bezahlt haben, können Sie dann noch bis zu drei Kalenderjahren rückwirkend erstattet bekommen. Das gleiche gilt auch für zu viel bezahlte Nebenkosten.

Ihre Wohnung können ganz einfach selber ausmessen. Dafür brauchen Sie lediglich einen Laserentfernungsmesser. Er kann mitunter im Baumarkt oder Fachhandel ausgeliehen werden. Mit diesem Gerät lässt sich beispielsweise ganz einfach feststellen, ab welchem Punkt die Höhe einer Dachschräge 1 oder 2 Meter beträgt. Um sich das Ausmessen ein wenig zu erleichtern, können Sie mithilfe von Klebeband die einzelnen Flächen am Boden markieren.

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