Wo werden die Straßen in der Stadt geräumt?

Haben Sie sich eigentlich auch schon mal gefragt, ob Sie als Privatmensch die einzige Person sind, die gesetzlich gezwungen wird, den Gehweg vor dem eigenen Haus von Schnee und Eis zu befreien, während die Stadt es offenbar in einigen Straßen nicht ganz so ernst nimmt? Immer wieder kann man durchaus feststellen, dass einige Straßen oder auch größere Flächen entweder gar nicht oder erst recht verzögert von der Stadt geräumt werden. Doch warum ist das eigentlich so?

Der strategische Winterdienst der Stadt

Keine Stadt wird im Normalfall versuchen, einfach drauf los zu arbeiten und wahllos alle Straßen zu räumen und Streusalz auszubringen. Denn in den meisten Städten gibt es schlichtweg zu wenige Streufahrzeuge und ebenso wenige Mitarbeiter, die sich zeitnah um die Räumung der Straßen kümmern können. Außerdem sind die zu räumenden Straßenkilometer schlicht und einfach zu viel. Deshalb ist es technisch gesehen einfach unmöglich, wirklich jede Straße und jeden öffentlichen Platz regelmäßig von Schnee und Eis befreien zu können. Dies würde nicht nur die Kapazitäten der Mitarbeiter und Fahrzeuge weit übersteigen, sondern die Kommunen zudem auch finanziell an den Abgrund befördern, weshalb es sich wirtschaftlich nicht lohnen würde.

Der Winterdienst der Städte beruht in den meisten Fällen auf einem über viele Jahre strategisch ausgetüftelten Konzept. Dieses beruht in der Regel darauf, dass die Kommunen die Pflicht haben, vor allem für den Verkehr wichtige und bedeutende Straßen und Kreuzungen, aber auch besonders gefährliche Straßen, wie etwa an Abhängen, sowie Fußgängerüberwege und einige andere Gefahrenstellen zu räumen und zu streuen. Dies erfolgt alles innerhalb der möglichen Grenzen der Notwendigkeit, aber auch der Leistungsfähigkeit und des Zumutbaren. Außerdem versuchen die Kommunen in der Regel, nicht nur wirtschaftlich zu agieren, sondern auch die Umwelt bestmöglich zu verschonen, indem so wenig Streusalz, Split oder andere Streustoffe ausgebracht werden, wie nur unbedingt notwendig.

Verschiedene Prioritäten von Straße, Radweg und Co.

Nicht selten gibt es klar definierte Prioritäten und Dringlichkeitsstufen. Diese sind in drei Stufen eingeteilt. Diese Prioritätsstufen gibt es dafür, dass die Haushaltsmittel im Winter wirtschaftlich nicht zu extrem strapaziert werden. Unter Priorität 1 fallen beispielsweise verkehrsbedeutende und auch gefährliche Straßen. Dabei handelt es sich vornehmlich um Haupt- und Durchgangsstraßen sowie solche Straßen, auf denen der Linienbusverkehr fährt und Zufahrten und Straßen vor Krankenhäusern und Schulen. Priorität 2 bezieht sich hingegen auf wichtige Nebenstraßen und auf Bergstrecken. Priorität 3 hingegen bezieht sich auf Nebenstraßen wie etwa Spielstraßen, reine Wohnstraßen oder Tempo-30-Zonen. Hier findet ein Straßenwinterdienst durch die Kommunen meist erst bei einer Schneehöhe von 25 Zentimetern oder mehr statt. Dies dann aber auch nur, wenn die unter die Prioritäten 1 und 2 fallenden Straßen vollständig abgearbeitet sind.

Doch welche Straßen gehören nun zu welcher Prioritätsstufe? Einen Räumplan finden Sie in der Regel auf der Homepage Ihrer Stadt. Sollte ein solcher Plan dort nicht zu finden sein, können Sie im Normalfall auch problemlos Auskunft beim Rathaus einholen.

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