Winterdienst bei Mietwohnung im Mehrparteienhaus

Ob der Vermieter den Winterdienst auf die Mieter aufteilt oder einen Hausmeister beauftragt, bleibt ihm überlassen. Bei einem Hausmeister kann es allerdings vorkommen, dass die Mieter sich an den anfallenden Kosten beteiligen müssen. Doch egal, wie sich der Vermieter entscheidet, er bleibt immer in der Verantwortung und muss regelmäßig kontrollieren, ob der Winterdienst erledigt wurde. In diesem Text erfahren Sie alle wichtigen Informationen und Vorgaben, die Sie über den Winterdienst bei einer Mietwohnung im Mehrparteienhaus wissen müssen.

Wichtige Informationen zum Winterdienst

Die offizielle Winterdienstsaison beginnt am 15. Oktober und endet am 31. März. Nicht nur die Mieter in den Erdgeschosswohnungen sind dazu verpflichtet, einen Winterdienst zu übernehmen, auch die restlichen Bewohner des Mehrparteienhaus. Doch Mieter müssen nur dann Schnee räumen, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde. Eine Regelung in der Hausordnung reicht nur dann aus, wenn sie Bestandteil des Mietvertrages ist. Ein Aushang im Hausflur dagegen genügt allerdings nicht.

Der Vermieter muss Streugut zur Verfügung stellen, sowie auch einen Schneeschieber und Besen zum Räumen. Zum Streuen eignet sich Granulat, Splitt, Sand oder feine Asche. Sie sollten jedoch nie Salz verwenden – nur bei Blitzeis oder auf Rampen, Treppen oder sonstigen Gefahrenstellen dürfen Auftaumittel wie Salz zum Einsatz kommen. Falls Sie helle Steinplatten haben, wäre es ratsam, auf Asche zu verzichten, da diese Verfärbungen hinterlassen kann.

Es müssen die Wege zu Mieterparkplätzen und zu den Mülltonnen geräumt werden. Sie sind jedoch nicht dazu verpflichtet, die Fahrbahn zu streuen. Handelt es sich aber um eine Fahrbahn ohne Bürgersteig, müssen Sie entlang des Grundstücks den Winterdienst durchführen. Einige Faustregeln können Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie einmal für den Winterdienst verantwortlich sind. Auf einem Bürgersteig müssen zwei Personen nebeneinander laufen können, Sie müssen also einen Meter zwanzig bis fünfzig frei räumen. Bei Wegen, welche eher selten benutzt werden, reicht etwa ein halber Meter.

Wann muss geräumt werden?

Sie sind nicht dazu verpflichtet zu jeder Uhrzeit zu räumen, sondern nur tagsüber, auch wenn es Nachts schneit. Ihrer Pflicht sollten Sie zwischen 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 8 oder 9 Uhr, Morgens und 21 Uhr, in manchen Regionen auch bis 22 Uhr, Abends nachkommen. Das heißt: fegen und streuen. Bei anhaltendem Schneefall genügt einmaliges fegen und streuen allerdings nicht. Da müssen Sie warten, bis der Schneefall weniger geworden ist und mehrmals zum Schneeschieber und Streugut greifen. Nur bei Wetterverhältnissen, bei denen wiederholtes Streuen keinen Sinn macht, muss nicht mehr gestreut werden.

Wenn ein Mieter urlaubs- oder krankheitsbedingt oder anderweitig verhindert ist, den Winterdienst durchzuführen, kann er diese Verpflichtung auf jemand anderen übertragen. Jedoch befreit sich der Mieter dadurch nicht von der ganzen Verantwortung. Auch wenn er den Winterdienst überträgt, ist er dazu verpflichtet, denjenigen, der nun den Winterdienst durchführen muss, regelmäßig zu überprüfen und zu kontrollieren.

Befindet sich vor Ihrem Grundstück eine Haltestelle, sind Sie dazu verpflichtet, diese soweit zu räumen, dass eine gefahrloses Ein- oder Aussteigen gewährleistet ist. Auch der Weg zu einer Telefonzelle oder Notrufsäule muss vom Schnee befreit werden.

Wohin mit dem ganzen Schnee?

Nachdem man die Gehwege vom Schnee befreit hat, stellt sich die Frage: Wohin mit dem ganzen Schnee? Einfach wäre es, ihn in die nächste Auffahrt zu werfen, doch das ist natürlich nicht erlaubt.

Generell muss der Schnee so abgelagert werden, dass der Verkehr nicht beeinträchtigt ist, sowohl auf der Fahrbahn, als auch auf dem Gehweg. Sie sollten den Schnee also entweder am Straßenrand oder noch besser in Ihrem Garten verstauen. Rinnsteine und Gullys sowie Ein- und Ausfahrten müssen freigehalten werden. So wird eine Möglichkeit geschaffen, dass der geschmolzene Schnee bei Tauwetter abfließen kann. Insbesondere an Kreuzungen, Fahrbahnübergängen und Straßeneinmündungen darf der Schnee nicht zu Sichtbehinderungen führen.

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