Wo ist Streusalz erlaubt

Auftausalz besteht zu 94 bis 96 Prozent aus herkömmlichem Kochsalz. Es handelt sich um einen gefrierpunktsenkenden Taustoff. Dieses Salz wird im Winter als Winterstreu eingesetzt, um Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen zum Schmelzen zu bringen. Umgangssprachlich wird es auch Streusalz oder Tausalz genannt. Doch die Verwendung ist in zahlreichen Gemeinden – vor allen Dingen auf den Gehwegen – verboten. Das gilt für Privatpersonen, die Kommunen selbst setzen hingegen Streusalz in bestimmten Situationen nach wie vor ein. Wo es ein Streusalzverbot gibt, warum das so ist und was Sie sonst noch wissen sollten – in diesem Ratgeber beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Wie funktioniert Streusalz?

Das Wirkprinzip von Auftausalz basiert auf einem chemisch-physikalischen Effekt. Je nach Gemisch befreit Streusalz die Straßen von Eis und Schnee. Mühelos schafft es Temperaturen bis minus 21 Grad. Um die volle Wirkung zu entfalten, müssen gewisse Rahmenbedingungen stimmen. Befahrene Straßen werden meist mit Streusalz bearbeitet, das aus großen und kleinen Körnern besteht. Während die kleineren Salzkörner die Oberfläche der Eisschicht auftauen, bohren sich die großen Salzkörner durch die Schicht. Autos fahren darüber und brechen die Eisschicht auf. So entsteht ein Schneematsch, der von den Salzkörnchen komplett getaut wird. Schon nach 10 Minuten entwickelt herkömmliches Auftausalz beinahe 80 Prozent seiner Leistung.

Vor- und Nachteile von Streusalz

Auftausalz hat den unbestreitbaren Vorteil, dass es Eis auftaut – innerhalb kürzester Zeit sind glatte Straßen wieder gefahrlos befahrbar. Doch Streusalz hat leider auch sehr negative Auswirkungen auf die Umwelt und die Tierwelt. Das aufgelöste Salz sickert in den Boden und vergiftet dort die Wurzeln von Pflanzen und Bäumen. Das hat zur Folge, dass die Pflanzen sich nicht mehr mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgen können und schlimmstenfalls absterben. Ein weiteres Problem: Die Pfoten von Tieren, besonders von Hunden und Katzen, sind extrem empfindlich. Durch den Kontakt mit Streusalz tragen sie oftmals Entzündungen davon oder erleiden schmerzhafte Verletzungen. Aus diesen Gründen muss sich das Auftausalz trotz seiner vielen Vorzüge auch kritischen Gegenstimmen stellen. Das hat mittlerweile sogar ein Streusalzverbot zur Folge.

Wo ist Streusalz verboten?

Aufgrund der vielen Nachteile ist der Einsatz von Streusalz in vielen Kommunen bereits komplett verboten. Zuwiderhandeln wird mit einer Geldstrafe geahndet. Allerdings handelt es sich bei dem Verbot um eines, das ausschließlich Privatpersonen betrifft. Die Kommunen behalten sich das Recht vor, Streusalz bei extremen Witterungsverhältnissen auf Hauptstraßen und an Gefahrenstellen einzusetzen. In Deutschland unterstützen viele Kommunen das Streusalzverbot. Sofern es noch kein Verbot gibt, wird zumindest ein stark eingeschränkter Einsatz befürwortet.

Verboten ist das Auftausalz auf Gehwegen zum Beispiel in den Großstädten Hamburg und München. In den restlichen acht Kommunen (Bremen, Dortmund, Essen, Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt, Berlin und Köln) erlaubt die Satzung Streusalz in besonders extremen Situationen. Beispielsweise bei heftigem Eisregen. Aber auch dann nur in sehr sparsamer Form. Abgesehen von Deutschland untersagt auch Österreich den Streusalzeinsatz. In Ausnahmefällen darf in Graz, Salzburg und Wien gestreut werden. In Schweizer Kommunen gibt es aktuell noch kein generelles Verbot.

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