Wie oft muss Mietwohnung gestrichen werden

Der Punkt Renovierung ist häufig ein Auslöser für Unstimmigkeiten zwischen Mieter und Vermieter. Grundsätzlich ist der Eigentümer für die Instandhaltung der Wohnung verantwortlich, allerdings können einfache Instandhaltungsmaßnahmen und regelmäßig anfallende Schönheitsreparaturen auf die Mieter übertragen werden. Entscheidend hierfür sind jedoch die Klauseln im Mietvertrag. Es kommt auf die Formulierung an, denn nicht jede Klausel ist von Gesetzeswegen auch rechtwirksam. Wir erläutern nachfolgend, wann Schönheitsreparaturen durchgeführt werden müssen und ob Sie beim Auszug zu Farbe und Pinsel greifen müssen.

So werden die Wände dreckig

Auch wenn die Mieter noch so vorsichtig sind, hinterlässt das Wohnen unschöne Spuren. Vor allem das Rauchen führt zu unansehnlichen geblichen Verfärbungen an den Wänden, die regelmäßig überstrichen werden müssen. Aber auch in einem Nichtraucherhaushalt bleiben die Wände nicht strahlend weiß. Mit der Zeit setzen sich Staub und Schmutz an den Wänden ab und hinterlassen einen unschönen Grauschleier.

Wann muss man Schönheitsreparaturen durchführen?

Der Begriff Schönheitsreparaturen umfasst alle malermäßigen Arbeiten in der Wohnung, die durch die normale Abnutzung entstehen. Dazu gehören folgende Arbeiten:

  • Tapezieren oder Streichen von Wänden
  • Lackieren oder Streichen von Fensterrahmen, Türen oder Heizkörpern
  • Ausbesserung von Dübellöchern in den Wänden

Keine Schönheitsreparaturen hingegen sind das Abschleifen und die anschließende Versiegelung von Parkettböden sowie das Auswechseln von Teppichböden. In diesen Fällen muss der Vermieter tätig werden.

Grundsätzlich darf der Vermieter im Mietvertrag festhalten, dass die Wohnung in regelmäßigen Abständen renoviert werden muss. Starre, zeitliche Regelungen, wie etwa die Verpflichtung alle drei Jahre zu renovieren, sind jedoch unwirksam. Entscheidend ist hierbei auch der Zustand der Wohnung. So kann der Vermieter fordern, dass notwendige Schönheitsreparaturen durchgeführt werden, wenn dies erforderlich ist. Hierbei dürfen durchaus auch Fristen genannt werden, die als Richtwert dienen. So sind Küche und Bad in der Regel alle drei Jahre zu renovieren und die Wohn- und Schlafräume benötigen alle fünf Jahre einen frischen Anstrich.

Enthält der Mietvertrag hingegen unwirksame Klauseln, so steht der Mieter nicht in der Pflicht. Anders sieht es jedoch aus, wenn die Vereinbarungen zur Renovierung im gegenseitigen Einverständnis getroffen werden. Dann muss der Mieter renovieren, auch wenn das Gesetz diese Verpflichtung nicht vorsieht.

Streichen bei Auszug – ja oder nein?

Bei der Frage, ob bei Auszug renoviert werden muss oder nicht, herrscht Uneinigkeit. In der Regel berufen sich die Vermieter auf die im Mietvertrag enthaltene Klausel zur Endrenovierung. Diese besagt, dass die Wohnung bei Auszug renoviert werden muss. Laut BGH ist diese Klausel jedoch unwirksam. Entscheidend hierfür ist die Tatsache, dass der tatsächliche Zustand der Wohnung nicht individuell berücksichtigt wird und eine Renovierung nicht immer erforderlich ist. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Wohnung nur wenige Monate bewohnt wurde oder kurz vor dem Auszug notwendige Schönheitsreparaturen geleistet wurden. Eine Renovierung bei Auszug ist also nicht zwangsläufig vom Mieter durchzuführen, sondern richtet sich in erster Linie nach dem Zustand der Wohnung. Das gilt auch für die Renovierung bei Einzug. Auch hier besteht für den Mieter keine Pflicht. Falls eine Endrenovierung notwendig ist, reicht es übrigens aus, wenn die Renovierungsarbeiten vom Mieter selbst durchgeführt werden. Hierbei gilt eine fachgerechte Ausführung als ausreichend. Fachliche Mängel und unsaubere Arbeiten muss der Vermieter jedoch nicht akzeptieren. In diesem Fall kann er auf eine Nachbesserung bestehen.

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