Wie oft darf im Mehrfamilienhaus gegrillt werden

Der Frühling hält viele Freuden bereit, eine davon ist das Grillen auf dem Balkon oder im Garten. Für echte Grill-Fans können nicht oft genug Würstchen und Steaks auf dem Grill landen. Der Grillgenuss kann im schlimmsten Fall jedoch nachbarschaftlichen Streit nach sich ziehen. Nicht jeder Nachbar ist erfreut, wenn der Grillgeruch in die Wohnung gelangt oder die Rauchschwaden zu ihm auf den Balkon ziehen. Vor allem beim Grillen mit Holzkohle ist die Rauchentwicklung besonders stark. Dem Nachbarschaftsfrieden zuliebe stellen sich viele Mieter die Frage, wie oft in einem Mehrfamilienhaus gegrillt werden darf. Beckerhausmeister.de beantwortet diese Frage und erkläret zudem, wann das Grillen komplett untersagt ist.

Dürfen Mieter auf dem Balkon grillen?

Grundsätzlich gibt es kein Gesetz, welches das Grillen auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses verbietet. Wichtig hierbei ist jedoch, dass die anderen Mieter des Hauses nicht in ihrer Wohnqualität beeinflusst werden. Zieht der Rauch zum Beispiel direkt zum Nachbar ins Schlafzimmer, dann haben Sie im Falle eines Rechtsstreits schlechte Karten. In diesem Fall können Elektro- oder Gasgrills Abhilfe schaffen und den Grillabend retten. Neben der Rauchentwicklung müssen Sie auch den Lärmpegel in Grenzen halten. Auch wenn das Grillen grundsätzlich erlaubt ist, heißt das nicht, dass ausgelassene Partys bis spät in die Nacht hinein gefeiert werden dürfen. Hier gelten die Ruhezeiten, welche in der Hausordnung angegeben sind. Wenn nicht, dann sollten Sie sich bei der Gemeinde informieren, welche Uhrzeiten zu den Ruhezeiten gehören. In den meisten Fällen ist der Geräuschpegel nach 22 Uhr auf Zimmerlautstärke zu reduzieren.

Wie oft dürfen Mieter grillen?

Über die Häufigkeit des Grillens gibt es bislang keine einheitliche Regelung. So entschied zum Beispiel das Amtsgericht Bonn, dass die Mieter von April bis September einmal im Monat den Grill auf dem Balkon oder der Terrasse nutzen dürfen, wenn sie den Grillabend mindestens 48 Stunden im Voraus bei den Nachbarn ankündigen. Großzügiger hingegen entschied das Landgericht Aachen, wonach die Mieter zweimal monatlich von 17 bis 22.30 Uhr den Freuden des Grillens frönen dürfen. Dem steht das Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg gegenüber, das lediglich viermal pro Jahr das Grillen erlaubt. Auch die Gerichte sind sich nicht einig darüber, welche Häufigkeit angemessen ist. Wenn Sie im Sommer gerne grillen, dann nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Nachbarn und halten Sie es in einem akzeptablen Rahmen. Wenn Sie Ärger von vornherein aus dem Weg gehen möchten, dann suchen Sie das Gespräch mit den Nachbarn oder laden Sie gleich die Nachbarschaft zum Grillen ein.

Wann ist das Grillen auf dem Balkon untersagt?

Vom Gesetz her spricht nichts gegen das Grillen auf dem Balkon, die endgültige Entscheidung trifft jedoch der Vermieter. Falls im Mietvertrag ein Grillverbot aufgeführt ist, dann müssen sich die Mieter in jedem Fall daran halten. Andernfalls droht eine Abmahnung und in letzter Konsequenz die Kündigung des Mietverhältnisses. Falls Unsicherheit bezüglich eines Grillverbots herrscht, sollten Sie im Vorfeld beim Vermieter anfragen. Nicht erlaubt hingegen ist es, einzelnen Mietern die Erlaubnis zum Grillen zu erlauben und anderen es komplett zu untersagen. Gilt die Erlaubnis, dann bezieht sich diese auf alle Mietparteien.

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