Wie hoch sollte die Vorlauftemperatur der Heizung sein

Die Heizkostenabrechnung hält für manchen Mieter oder Hausbesitzer eine böse Überraschung bereit. Wer in der kalten Jahreszeit jedoch nicht frieren möchte, der muss teilweise tief in die Tasche greifen. Gerade in den Wintermonaten ist die Heizung unverzichtbar und schon wenige Grad können dazu führen, dass die Temperatur in der Wohnung alles andere als behaglich ist. Um die Heizkosten zu senken, drehen viele Menschen das Thermostatventil einfach nicht bis zum Maximum auf. Wesentlich effektiver ist es jedoch, wenn Sie das Heizsystem insgesamt optimieren. Dazu gehört zum Beispiel die richtige Einstellung der Vorlauftemperatur und der Hydraulik.

Heizungseinstellungen kennen

Um die Heizkosten zu senken, sollten Sie die Einstellmöglichkeiten Ihrer Heizung kennen. Nicht nur über das Thermostatventil lässt sich die Temperatur regeln, zusätzlich dazu gibt es am Heizkessel ebenfalls einen Temperaturregler und teilweise auch einen zentralen Thermostat. Durch die Optimierung der Einstellungen können Sie die Heizkosten deutlich senken. Allerdings gilt es hierbei zu beachten, dass es verschiedene Heizsysteme auf dem Markt gibt, die sich bei den Einstellungen grundlegend unterscheiden.

Die Funktionsweise der Heizsysteme ist jedoch grundlegend gleich. Im Heizkessel wird das Wasser bis zur eingestellten Vorlauftemperatur erwärmt. Das aufgeheizte Wasser fließt dann anschließend in die Heizkörper und erwärmt diese und durch die abstrahlende Wärme werden die Wohnräume aufgeheizt. Wenn das Wasser abkühlt, fließt es wieder in den Heizkessel und wird dort erneut aufgeheizt.

Die Vorlauftemperatur kann bei herkömmlichen Heizsystemen bis auf 90 Grad eingestellt werden. In den kalten Wintermonaten reichen jedoch bereits 70 bis 80 Grad aus. Im Herbst reicht bereits eine Vorlauftemperatur von 50 bis 60 Grad aus.

Abhängigkeit von Außen- und Raumtemperatur

Die Vorlauftemperatur wird über die Kesselregelung bestimmt. Dies erfolgt entweder außen- oder raumtemperaturabhängig. Wird die Vorlauftemperatur anhand der Außentemperatur geregelt, so wird über einen Temperaturfühler die Außentemperatur gemessen und daran der Wärmebedarf für die Wohnräume ermittelt. Je kälter es ist, desto mehr steigt die Vorlauftemperatur an.

Bei der raumtemperaturabhängigen Regelung wird die Vorlauftemperatur anhand der gewünschten Raumtemperatur bestimmt. Die Raumtemperatur, die angestrebt wird, wird hierbei über einen zentralen Thermostat eingestellt, der sich häufig im Wohnzimmer befindet. Dieser legt einen Referenzwert für alle Räume im Haus fest und regelt die Vorlauftemperatur entsprechend.

Energie sparen beim Heizen

Um Heizkosten zu sparen, empfiehlt es sich, die Vorlauftemperatur an die jeweilige Witterung anzupassen. Auf diese Weise wird verhindert, dass Energie verschwendet wird, die eigentlich gar nicht benötigt wird. Bei der raumtemperaturabhängigen Regelung gilt es hingegen, eine Temperatur zu finden, die so niedrig wie möglich ist, aber den Komfort nicht einschränkt. Denn immerhin wird über den Thermostat die Raumtemperatur für das ganze Haus geregelt. In Räumen, in denen Sie sich selten aufhalten oder in denen eine niedrige Temperatur benötigt wird, wie etwa im Schlafzimmer, sollten Sie das Thermostatventil entsprechend herunterdrehen.

Hydraulik beachten

Es kann vorkommen, dass ein Heizkörper auf Stufe 4 nur lauwarm ist, während ein anderer in der Wohnung bei gleicher Einstellung sehr heiß wird. Ist das der Fall, dann sollte der hydraulische Abgleich der Heizung überprüft werden. Der hydraulische Abgleich ist notwendig, damit die Heizkörper entsprechend der Einstellungen die benötigte Menge an Wärme erhalten. Hierbei werden die Heizwasserströme zu den Heizkörpern und die Förderleistung der Pumpe perfekt aufeinander abgestimmt. Falls dies beim Einbau und der Inbetriebnahme vernachlässigt wurde, dann arbeitet die Heizung nicht effizient und Energie wird verschwendet.

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