Wie funktioniert ein Rauchmelder

Immer wieder gibt es – auch heute noch – teils hitzige Diskussionen darüber, ob ein Rauchmelder wirklich Sinn macht und notwendig ist. Die gesetzliche Rauchmelderpflicht ist daher für viele Menschen gar nicht nachvollziehbar geschweige denn plausibel, sondern nur reine Geldmacherei. Doch Fakt ist: Mindestens neun von zehn Brandopfern hätten nicht sterben müssen, wenn sie einen Rauchmelder besessen hätten. Rund 90 Prozent aller Todesopfer sterben nicht durch das Feuer, sondern an den Folgen der Rauchentwicklung. Im Schlaf ist der Mensch nicht in der Lage, einen Brand und somit den Rauch und das Rauchgas zu riechen, da die Nase bei Nacht nicht aktiv ist. Entgegen jeder Erwartung sind auch Hunde keine verlässlichen Brandmelder, da auch sie, wenn sie schlafen, den Brandgeruch nicht wahrnehmen. Kommt es zur Rauchentwicklung, können schon zwei Atemzüge ausreichen und Sie werden bewusstlos – zwei weitere Atemzüge und Sie sterben. Das alles ist nur eine Sache weniger Sekunden. Mit einem Rauchwarnmelder können Sie dieser Gefahr aber vorbeugen. Aber wie funktionieren die Rauchmelder eigentlich?

Es gibt Rauchmelder und Rauchmelder. Nicht nur optisch, sondern auch technisch gibt es hier deutliche Unterschiede. Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten von Rauchmeldern:

  1. Foto-optische Rauchmelder
  2. Thermo-optische Rauchmelder
  3. Ionisationsrauchmelder

Wo genau hierbei die Unterschiede liegen, möchten wir Ihnen gerne nachfolgend erläutern.

Foto-optische Rauchmelder

Den foto-optischen Rauchmelder werden Sie möglicherweise auch als foto-elektronischen Rauchmelder kennen. Er ist am weitesten verbreitet. Im Inneren des Rauchmelders ist eine Rauchkammer, in welcher sich eine Diode befindet, die kontinuierlich einen Infrarotstrahl oder alternativ einen Laserstrahl abgibt. Sobald nun eine gewisse Menge Rauch in die Rauchkammer eintritt, wird der Lichtstrahl durch die winzigen Partikel reflektiert und trifft dadurch auf einen ebenfalls in der Rauchkammer befindlichen Sensor, der schließlich sofort Alarm schlägt.

Thermo-optische Rauchmelder

Bei einem thermo-optischen Rauchmelder handelt es sich im Grunde genommen um einen ganz gewöhnlichen foto-optischen Rauchmelder, jedoch mit dem Unterschied, dass dieser noch einen zusätzlichen Temperaturfühler besitzt, der die Raumtemperatur überwacht. Der Temperaturfühler besteht aus insgesamt zwei Heißleitern: einem Messheißleiter und einem Referenzheißleiter. Sobald nun die Raumtemperatur plötzlich ansteigt, ertönt ein Alarmsignal. Über Sinn und Unsinn einer solchen „Spielerei“ lässt sich jedoch streiten, denn in der Regel kommt es lange bevor ein Feuer entsteht bereits zur Rauchentwicklung. Ein stark qualmender Schwelbrand würde daher erst viel zu spät erkannt werden, würde man sich nur auf den Heißleiter verlassen. Wesentlich schneller reagiert jedoch der foto-optische Sensor auf Rauch in der Luft.

Ionisationsrauchmelder

Zu guter Letzt haben wir noch den Ionisationsrauchmelder, der besonders sensibel auf jede noch so kleinste Rauchentwicklung reagiert und dadurch wesentlich schneller Alarm auslöst. Ein solches Modell arbeitet vollkommen anders als die beiden ersten Varianten, denn im Inneren befinden sich zwei Metallplatten, zwischen denen sich ein radioaktives Element befindet, das kontinuierlich Alpha- und Betastrahlung abgibt, welche wiederum zwischen den Metallplatten ionisieren. Dadurch entsteht ein stets gleichbleibender Stromfluss. Sobald nun aber selbst geringste Mengen an Rauchpartikeln ins Spiel kommen, wird der Stromfluss gestört, was sofort einen Alarm auslöst. Einen Nachteil haben Ionisationsrauchmelder allerdings: Sie gelten aufgrund der radioaktiven Strahlung als Sondermüll. Werden sie weder geöffnet noch beschädigt, ist die radioaktive Strahlung unbedenklich. Können sie aber nach einem Brand nicht lokalisiert werden, muss der gesamte Brandschutt als Sondermüll entsorgt werden.

Welcher passt am besten in meine Wohnung?

Da einem Brand immer erst eine Rauchbildung voran geht, ist der foto-optische Rauchmelder die zuverlässigste und deshalb am weitesten verbreitete Variante. Lediglich der Ionisationsrauchmelder hat eine deutlich bessere und auch zuverlässigere Erkennungsrate, allerdings gelten für ihn strenge Entsorgungsbestimmungen, da hier radioaktive Teile verbaut sind. Thermo-optische Rauchmelder hingegen sind nicht wirklich sinnvoll, da der Thermosensor erst lange nach dem optischen Sensor anschlägt, sodass im Ernstfall womöglich bereits das Haus geräumt worden sein könnte, bis erst mal der Heißleiter anschlägt.

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