Wie erkennt man einen Wasserschaden

Immer wieder kommt es vor, dass in Haushalten ein Wasserschaden entsteht. Ob Sommer, Winter, Frühjahr oder Herbst, die Jahreszeiten spielen nicht zwangsläufig eine Rolle. Aber wie entsteht eigentlich ein Wasserschaden, wie merkt man etwas davon und vor allem: Wer kommt für den entstandenen Schaden auf? Damit Sie nicht beim nächsten Regen sprichwörtlich im Regen stehen, möchten wir dieses Thema nachfolgend ein wenig näher bringen.

Welche Arten von Wasserschäden gibt es?

Grundlegend gibt es viele Arten von Wasserschäden. Dies kann beispielsweise eine verstopfte Drainage sein, eine geplatzte oder durchgerostete Wasserleitung, ein Defekt am Dach oder auch ein Baumangel. Ebenfalls möglich ist etwa ein falscher Anstrich. Denn was manche nicht wissen: Wandfarbe, die speziell für Außenfassaden geeignet ist, hat die Eigenschaft, Wasser abzuweisen. Dies ist auch zwingend notwendig, da sich das Mauerwerk sonst bei jedem Regen mit Wasser vollsaugen würde wie ein Schwamm, bis die Feuchtigkeit schließlich im Inneren wieder austritt.

Dach
Ein häufiger Grund für Feuchtigkeit im Haus sind defekte Dächer und auch Moos auf dem Dach kann mitunter für einen Wasserschaden sorgen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie nun ein Flach- oder Spitzdach haben. Kontrollieren Sie Ihr Dach in regelmäßigen Abständen auf mögliche Mängel. Achten Sie dabei insbesondere auch auf die Stellen, an denen Kamin, Lüftungsrohre, Dachfenster oder Ähnliches eingebaut sind. Denn gerade dort kann sich bei extremen Regengüssen schnell Wasser rein drücken. Nach einem starken Sturm sollten Sie prüfen, ob die Dachpfannen noch sauber liegen, oder ob es möglicherweise die eine oder andere mitgenommen oder durch Hagel, herabstürzende Äste oder Ähnliches zerschlagen hat. Bleibt ein Dachschaden zu lange unentdeckt, gelangt bei jedem Regen Wasser ins Haus. Häufig macht sich dies dann durch Wasserflecken an der Decke des obersten Stockwerks bemerkbar.
Drainage
Überall dort, wo sich die Außenwände eines Hauses im Erdreich befinden, wie etwa am Hang oder wenn das Haus unterkellert ist, kann Sickerwasser bis an die Hauswand gelangen. Damit dieses problemlos ablaufen kann, wird um das gesamte Haus herum eine sogenannte Ringdrainage gelegt. Fehlt eine solche Drainage nun aber komplett oder ist diese defekt oder verstopft, kann das Regenwasser nicht mehr ungehindert versickern. Die Folge: Es dringt in das Mauerwerk ein und an der Innenseite zeigen sich schließlich Feuchtigkeit und Stockflecken oder sogar Schimmelbefall.
Wasserrohre
Manchmal tauchen urplötzlich aber auch an Innenwänden Wasserflecken auf, die man sich eigentlich gar nicht erklären kann. Aber auch an Fußboden oder Decke können wie aus dem Nichts Wasserflecken auftreten. Wenn also sicher ist, dass nicht etwa die Waschmaschine defekt ist oder die Kinder es im Badezimmer ein wenig übertrieben haben, besteht die Möglichkeit, dass eine Wasserleitung oder ein Heizungsrohr defekt ist. Ob eine Wasserleitung defekt ist, können Sie recht einfach feststellen, wenn sich die Wasseruhr – wenn auch nur minimal – dreht, ohne dass irgendwo Wasser aus den Leitungen entnommen wird. Zwar laufen Heizungsrohre nicht über die Wasseruhr, doch auch hier ist ein Defekt an den Rohrleitungen schnell auszumachen, da innerhalb kurzer Zeit, nämlich deutlich schneller als sonst üblich, der Druck im Heizungssystem abfällt.

Für Mieter gilt: Wasserschaden unbedingt sofort melden

Wenn Sie zur Miete wohnen und einen Wasserschaden feststellen oder auch nur den leisesten Verdacht eines solchen haben, müssen Sie dies unbedingt sofort Ihrem Vermieter melden, damit dieser sich mit den anderen Mietern in Verbindung setzen kann. Denn auch in angrenzenden Wohnungen kann es mitunter zu einem Wasserschaden gekommen sein, den es ebenfalls zu beheben gilt.

Wer haftet für einen Wasserschaden in der Mietwohnung?

Die Haftungsfrage richtet sich immer nach der Schuldfrage. Verlassen Sie beispielsweise Ihre Wohnung und lassen Ihre Waschmaschine laufen, kommt dies einer Verletzung der Obhutspflicht und damit einem grob fahrlässigen Verhalten gleich. In diesem Fall läge die Haftung bei Ihnen selbst. Ist der Wasserschaden jedoch auf einen Mangel zurückzuführen, die der Vermieter zu verantworten hat, weil beispielsweise der Mangel bereits bei oder vor der Unterzeichnung des Mietvertrages bereits bestanden hatte, haftet ganz klar der Vermieter.

Welche Versicherung kommt für den entstandenen Schaden auf?

Für Schäden an der Mietsache, also der Wohnung selbst, kommt stets die Gebäudeversicherung des Vermieters auf. Anders sieht es aber bei Ihrem persönlichen Besitz aus. Denn Möbel, Kleidung und sonstige Einrichtungsgegenstände sind in der Regel über eine passende Hausratsversicherung abgedeckt. Ist nun aber der Wasserschaden auf Sie als Mieter zurückzuführen, kommt nicht die Gebäudeversicherung des Vermieters, sondern Ihre eigene Haftpflichtversicherung für den Schaden auf.

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