Welche Bedeutung hat der pH-Wert für die Reinigungsbranche

In der Reinigungsbranche gibt es eine Vielzahl an Reinigungsmittel, die für die verschiedensten Anwendungsbereiche geeignet sind. So gibt es beispielsweise Reiniger für Glasscheiben und solche für unterschiedliche Böden. Selbst Metalle haben ihre eigenen Reinigungsmittel. Der wohl wesentlichste Unterschied zwischen den verschiedenen Reinigern ist ihr pH-Wert. Aber was ist eigentlich der pH-Wert und wieso ist er in der Reinigungsbranche so wichtig?

pH-Wert: Was ist das?

Dieser Wert bezieht sich darauf, wie sauer oder basisch eine Lösung ist. Abgeleitet wird der Begriff „pH“ vom lateinischen pondus/potentia hydrogenium (pondus = Gewicht, potentia = Kraft, hydrogenium = Wasserstoff), da der Säuregehalt einer Flüssigkeit von den enthaltenen Wasserstoffionen abhängt. Insgesamt gibt es 15 verschiedene Unterteilungen, die von 0 (extrem sauer) bis 14 (hochalkalisch) reichen.

Säuren und Laugen

Als Säure wird alles unter pH-Wert 7 bezeichnet. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto saurer ist die Lösung. Als Alkalien sind sämtlich Substanzen einzustufen, aus denen sich in Kombination mit Wasser eine Lauge bildet. Diese Laugen haben einen pH-Wert über 7.

In der Reinigungsbranche hat der pH-Wert vor allem Einfluss auf das Einsatzgebiet des jeweiligen Reingungsmittel. Saure oder alkalische Lösungen entfernen unterschiedlich Verschmutzungen und können je nach pH-Wert bestimmte Oberflächen schädigen. Daher ist die Auswahl des richtigen Reinigers von enormer Bedeutung.

Einsatzbereiche für saure und alkalische Reiniger

Vor allem im Sanitärbereich sind starke Säuren wichtig, da hier häufig Urinstein und Kalkablagerungen entfernt werden müssen. Hierfür können sowohl organische als auch anorganische (mineralische) Säuren zum Einsatz kommen, beispielsweise Salz-, Milch-, Essig- oder Ameisensäure. Säurehaltige Reinigungsmittel dürfen nicht auf Steinoberflächen eingesetzt werden, etwa bei Granitböden oder unbehandelten Betonoberflächen.

Mithilfe von Laugen ist es möglich, organische Verunreinigungen zu entfernen, wie zum Beispiel Fette oder Klebstoffe. Mögliche Alkalien in Reinigungsmitteln sind etwa Kalium- oder Natriumhydroxid, Ammoniak oder Natriumkarbonat, welches auch als Soda bekannt ist. Kalium- oder Natriumhydroxide werden unter anderem in Rohrreinigern verwendet, da diese eine stark ätzende Lauge bilden.

Sowohl Säuren als auch Laugen haben eine ätzende Wirkung. Je näher der pH-Wert gegen 0 oder 14 geht, desto stärker ist die Lösung. Konzentrierte Säuren und Laugen sind enorm gesundheitsschädlich und können schon in geringen Mengen lebende Organismen nachhaltig schädigen. Deshalb gibt es bei Reinigern mit einem sehr hohen oder niedrigen pH-Wert entsprechende Schutzmaßnahmen, die unbedingt einzuhalten sind. Diese betreffen zum einen die persönliche Schutzausrüstung, zum Beispiel mit Augen- und Atemschutz, Handschuhen und Schutzkleidung. Zum anderen muss auch die Umwelt vor stark ätzenden Reinigungsmitteln geschützt werden.

Organische Lösungsmittel

Organische Lösungsmittel werden überall dort eingesetzt, wo sich Verunreinigungen nicht mit Wasser lösen lassen, wie dies beispielsweise bei Resten von Lacken oder Klebstoff der Fall ist. Hier gibt es aber zwei gravierende Unterschiede, denn manche organische Lösungen können mit Wasser gemischt werden, wie etwa Alkohol oder Glykolether, andere hingegen nicht, wie Kohlenwasserstoffe. Alkohole werden beispielsweise häufig als Fensterreiniger verwendet, da der Alkohol die fetthaltigen Rückstände auf den Fensterscheiben löst, ohne dass er die Oberfläche schädigt.

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