Alkalien Reinigungsmittel

In vielen Bereichen werden Reinigungsmittel benötigt, um Verschmutzungen vollständig entfernen zu können. Viele Reiniger enthalten allerdings Alkalien. Der Backofenreiniger ist etwa ein sehr gutes Beispiel. Durch Alkalien ist er effektiv gegen fettreiche Verschmutzungen. Gleiches gilt für glyzerinhaltige Seifen, bei denen es sich ebenfalls um alkalische Reiniger handelt. Doch so wirkungsvoll, wie alkalische Reiniger auch sind, so bedenklich sind sie auch.

Was sind Alkalien?

Bei Alkalien handelt es sich um Substanzen, die in Verbindung mit Wasser eine alkalische Lösung bilden, die auch als Laugen bekannt sind. Alkalische Lösungen weisen einen pH-Wert von mindestens 7 oder mehr auf – im Bereich der Oberflächenreinigung wird sogar nicht selten ein pH-Wert von 12 überschritten. Bei den Basiskomponenten von alkalischen Reinigern handelt es sich beispielsweise um

  • Alkalihydroxide
  • Alkalikarbonate
  • Phosphate
  • Borax
  • Silikate
  • Cyanide

Zusätzlich sind in alkalischen Reinigern auch solche Substanzen wie Tenside oder Emulgatoren enthalten. Aufgrund des hohen pH-Wertes sind alkalische Reiniger mitunter stark ätzend, weshalb beim Umgang mit ihnen entsprechende Schutzmaßnahmen erforderlich sind, denn sowohl die Reinigungslösung selbst als auch die Dämpfe können Reizungen und Verätzungen verursachen.

Wozu werden diese in Reinigungsmitteln eingesetzt?

Alkalische Reiniger werden häufig in metallverarbeitenden Betrieben eingesetzt, aber auch zur Reinigung von Kunststoffen wie ABS, PET, PC, PE, PP oder TPU und noch einigen mehr werden Alkalien verwendet. Wie genau der alkalische Reiniger jedoch zusammengesetzt ist, wird durch den Werkstoff bestimmt und auch durch die Verunreinigung selbst. Handelt es sich etwa um organische Verunreinigungen, so ist die Lösekraft insgesamt eher gering, daher sind hier Lösemittel entsprechend erfolgreicher.

In welchen Reinigungsmitteln können Alkalien enthalten sein?

Alkalien kommen bei vielen haushaltsüblichen Reinigern zur Verwendung, so zum Beispiel in Abflussreinigern und sogar in Waschmittel. Auch bei der Herstellung von Seifen kommen sie zum Einsatz, ebenso bei Geschirrspülmitteln, wenn auch hier nur in geringen Mengen unter einem Prozent.

Wie gefährlich sind Alkalien?

Alkalien sind aufgrund ihres hohen pH-Wertes von 7 oder mehr leicht bis stark ätzend. Das heißt, sie greifen das Zellgewebe von Schleimhaut und Epidermis an, sorgen hier für ein Aufquellen des Zellgewebes und schließlich zur Zerstörung. Dafür brauchen Alkalien keine allzu lange Einwirkzeit. Selbst stark konzentrierte Säuren wie etwa Blau- oder Flusssäure haben keine solch intensive Wirkung auf die Horn- und Schleimhäute. Gelangen beispielsweise alkalische Substanzen in die Augen, so führt dies bereits binnen weniger Minuten zu extremen Verletzungen und schließlich zur totalen Erblindung. Deshalb ist es notwendig, die Augen bei direktem Kontakt mit alkalischen Substanzen sofort und unmittelbar mit viel sauberem Wasser zu spülen.

Kommt es zu einem direkten Hautkontakt, so kann dies solche Hauterkrankungen wie etwa sogenannte Alkali-Ekzeme hervorrufen. Deshalb sind beim Umgang mit alkalischen Reinigungsmitteln zwingend entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dies fängt bereits beim Tragen bestimmter Schutzkleidung an. So ist es beispielsweise wichtig, Schutzhandschuhe aus Gummi oder vergleichbaren Kunststoffen zu tragen, um die Hände vor Spritzern zu schützen. Auch das Tragen von Gummistiefeln mit hohem Schaft kann nicht schaden, sollte es sein, dass der alkalische Reiniger auf den Boden gelangt. Werkstücke, die mit dem Reiniger in Kontakt gekommen sind, sollten idealerweise nur mit Werkzeugen wie einer Zange oder einem anderen Hebezeug transportiert werden.

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