Was sagt ein Energieausweis aus?

Seit 2008 ist der Begriff Energieausweis immer weiter verbreitet. Vor allem in Immobilienangeboten wird auf das Dokument hingewiesen. Was ein Energieausweis jedoch ist und was er aussagt, ist vielen Menschen nicht bekannt. In unserem nachfolgenden Ratgeber möchten wir näher auf das Thema Energieausweis eingehen und erklären unter anderem, wann und für wen dieser Pflicht ist.

Was ist ein Energieausweis?

Zwar ist immer die Rede von einem Energieausweis, doch wird zwischen zwei verschiedenen Varianten unterschieden:

  • Verbrauchsausweis
  • Bedarfsausweis

Für den Verbrauchsausweis werden die Verbrauchswerte der Bewohner für Warmwasser und Heizung der vergangenen drei Jahre zugrunde gelegt. Da der Verbrauch vom jeweiligen Nutzungsverhalten abhängig ist, sind die Werte wenig aussagekräftig und können bei sparsamen oder verschwenderischen Bewohnern verfälscht werden. Genauer hingegen sind die Werte des Bedarfsausweises, für den nicht die Verbrauchswerte, sondern die Gebäudedaten geprüft werden. In die Bewertung fließt unter anderem der Zustand der Fenster, Außenwände und des Daches ein. Zusätzlich wird der technische Stand der Haustechnik genauer unter die Lupe genommen. Unabhängig von den Verbrauchswerten der Bewohner wird so die Energieeffizienz eines Gebäudes ermittelt. Anhand der Farbskala und der angegebenen Energieeffizienzklasse können die zukünftigen Mieter oder Eigentümer den Energiebedarf der Immobilie einschätzen. Sowohl der Verbrauchs- als auch der Bedarfsausweis ist nach der Ausstellung zehn Jahre gültig.

Das sagt ein Energieausweis aus

Beim Kauf einer Waschmaschine oder eines Kühlschranks achten die meisten Verbraucher nicht nur auf die technischen Daten, sondern auch die Energieeffizienz. Immerhin möchte man keinen Stromfresser kaufen, der die Stromkosten unnötig in die Höhe treibt. Die gleiche Möglichkeit haben Sie inzwischen auch beim Kauf oder der Anmietung einer Immobilie. Anhand des Energieausweises erkennen Sie auf einen Blick, wie hoch der Energiebedarf der neuen Traumwohnung oder des Traumhauses ist. Zudem lässt sich daran erkennen, ob die Immobilie energetische Mängel aufweist und Sanierungsmaßnahmen notwendig sind. Eine genaue Einschätzung der Energiekosten kann jedoch auch mit dem Energieausweis nicht vorgenommen werden, da diese von weiteren Faktoren, wie zum Beispiel dem persönlichen Nutzungsverhalten, abhängig sind.

Wann ist ein Energieausweis Pflicht?

Nicht jeder Hauseigentümer benötigt einen Energieausweis. Pflicht ist dieser erst, wenn Sie eine Immobilie vermieten, verkaufen oder verpachten möchten. In diesem Fall sind Sie verpflichtet, den Interessenten bei der Besichtigung der Wohnung oder des Hauses den gültigen Energieausweis vorzulegen. Kommt ein Kauf- oder Mietvertrag zustande, so muss der Energieausweis als Original oder Kopie an den Käufer beziehungsweise Mieter übergeben werden. Des Weiteren müssen die Energiekennwerte, die im Energieausweis aufgeführt sind, in der Immobilienanzeige angegeben werden. Hält sich ein Immobilieneigentümer nicht an diese Pflicht, so droht seit dem 1. Mai 2015 ein Bußgeld in einer Höhe von bis 15.000 Euro. Eigentümer, die weder einen Verkauf noch eine Vermietung ihrer Immobilie planen und diese selbst bewohnen, sind nicht verpflichtet, einen Energieausweis ausstellen zu lassen.

Der Verbrauchsausweis ist schon für unter 100 Euro zu erhalten und wird zum Beispiel vom Energieversorger anhand der Heizkostenabrechnung ausgestellt. Der Bedarfsausweis hingegen wird von einem Architekten, Energieberater oder Bauingenieur ausgestellt. Für die Überprüfung der Gebäudedaten ist ein Termin vor Ort notwendig, um unter anderem die Bausubstanz genauer analysieren zu können. Aufgrund des höheren Aufwands liegen die Kosten für den Verbrauchsausweis deutlich höher und beginnen bei etwa 400 Euro.

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