Fluchtwege Hausflur was beachten

Die Hausflure sind im Ernstfall oftmals die einzigen Fluchtwege in einem Haus. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Hausflur von den Bewohnern nicht unnötig zugestellt wird und jederzeit ein gutes Durchkommen ist. Wir von Beckerhausmeister.de erklären Ihnen, was es bei den Fluchtwegen im Haus zu beachten gibt und weshalb der Aufzug im Brandfall nicht genutzt werden sollte.

Wozu dienen Fluchtwege?

In einem Mietshaus müssen Fluchtwege für die Bewohner bereitgestellt werden. Über die Fluchtwege muss es den Menschen möglich sein, im Falle eines Brandes oder einer anderen Gefahr ungehindert ins Freie zu gelangen, um sich in Sicherheit bringen zu können. Damit dies möglich ist, müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. So muss der Hausflur eine Mindestbreite von 1,25 Metern aufweisen und das Treppenhaus bei mehrgeschossigen Objekten von 80 Zentimetern. Des Weiteren muss die Treppe, über die der Fluchtweg führt, aus nicht brennbaren Materialien gebaut sein.

Was darf wo im Hausflur stehen und was nicht?

Der Hausflur ist Bestandteil des Mietvertrags. Diese Tatsache nehmen viele Mieter zum Anlass, um Grünpflanzen oder Schuhschränke in den Hausgang auszulagern. Auch Gehhilfe, Kinderwagen und Fahrrad finden oftmals ihren Platz im Flur. Grundsätzlich spricht nichts gegen die Nutzung des Flurs, doch sollten Sie hierbei unbedingt darauf achten, dass die Fluchtwege frei bleiben. In Mehrfamilienhäusern ist eine Mindestbreite von einem Meter für die Fluchtwege vorgeschrieben. Schuhschränke, Grünpflanzen und andere Gegenstände im Hausflur können im Ernstfall dafür sorgen, dass der Fluchtweg versperrt ist. Aus diesem Grund kann der Vermieter darauf bestehen, dass die Stolperfallen aus dem Hausflur entfernt werden – auch wenn der Flur eigentlich breit genug ist. Hinzu kommt, dass keine Gegenstände im Hausflur platziert werden dürfen, die leicht Feuer fangen können und die Fluchtwege durch starke Rauchentwicklung oder Flammen unpassierbar machen. Abgestellt werden dürfen im Hausflur jedoch Kinderwagen und Gehhilfen, solange die Fluchtwege dadurch nicht versperrt werden.

Warum nicht den Aufzug benutzen?

In vielen Aufzügen liest man den Hinweis „Im Brandfall nicht benutzen“. Hier stellt sich die Frage, weshalb der Aufzug nicht benutzt werden darf, wenn man so doch viel schneller das Haus verlassen kann. Der Aufzug funktioniert nur mit Strom. Sollte es zu einem Brand oder einer anderen Gefahr kommen, kann es schnell passieren, dass der Strom ausfällt. In diesem Fall ist die Gefahr, im Fahrstuhl stecken zu bleiben, sehr hoch. Zusätzlich steigen die Brandgase im Fahrstuhlschacht ungehindert nach oben und Fahrgäste wären diesen schutzlos ausgesetzt. Des Weiteren besitzen die meisten Fahrstuhltüren eine Lichtschranke, die verhindert, dass beim Schließen eine Person in die Türe eingeklemmt und verletzt werden kann. Bei einer starken Rauchentwicklung kann es nun passieren, dass sich die Türen nicht mehr schließen, da die Lichtschranke ein Hindernis im Türbereich erkennt. Sollte es zu einem Brand kommen, nutzen Sie in jedem Fall die Treppe und verlassen Sie schnellstmöglich das Haus.

Die Pflichten der Mieter und Vermieter

Der Vermieter einer Immobilie ist verpflichtet, die Brandschutzauflagen einzuhalten. Zudem tragen die Vermieter die Verantwortung für die Fluchtwege und müssen gewährleisten, dass diese ungehindert passiert werden können. Um sicherzugehen, dass die Mieter sich an die Auflagen halten und den Hausflur nicht als privaten Abstellraum benutzen oder die Fluchtwege versperren, sollte der Vermieter bei Vertragsunterzeichnung ein entsprechendes Dokument zu den Fluchtwegen aushändigen und sich den Erhalt unterzeichnen lassen. Auf diese Weise laufen Vermieter nicht Gefahr verklagt zu werden, sollte es zu einem Brand kommen. Für die Mieter gilt in diesem Fall, dass sie sich an die rechtlichen Vorschriften halten und zur eigenen Sicherheit die Fluchtwege freihalten.

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