Schutzausrüstung bei Handwerkstätigkeiten

Die persönliche Schutzausrüstung gehört in Industrie und Handwerk ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Ganz anders sieht es leider oft bei Hobby-Handwerkern aus: Mal eben schnell Brennholz mit der Motorsäge gemacht oder drei Stunden an der Kreissäge gearbeitet – das alles natürlich ohne Schutzausrüstung, weil man schließlich aufpasst. Ist dann der Holzsplitter im Auge oder der Gehörschaden da, ist der Schrecken groß. In diesem Text erfahren Sie alles, was Sie über die Schutzausrüstung bei handwerklichen Tätigkeiten wissen müssen.

Die richtigen Schutzhandschuhe

Bei den Schutzhandschuhen gibt es grundlegende Anforderungen, die erfüllt und berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören die EN 420 und CE-Kennzeichnung.

Die EN 420 legt die allgemeinen Anforderungen an Arbeitsschutzhandschuhe fest. Sie bestimmt auch Prüfverfahren und die korrekte Kennzeichnung durch den Hersteller. Außerdem steht in der EN 420 auch, wie widerstandsfähig und komfortabel die Schutzprodukte sein müssen.

Die CE-Kennzeichnung unterteilt die Handschuhe je nach Gefahrenpotential in drei Kategorien unterteilt. Bei der ersten Kategorie muss der Handschuh nur Schutz bieten, etwa wenn er bei der Gartenarbeit eingesetzt wird. Handschuhe der zweiten Kategorie müssen vor mittleren Risiken schützen – eine große Rolle spielt der Schutz vor Schnitten und Durchstichen. Bei der dritten Kategorie müssen die Handschuhe dann Schutz vor hohen Risiken schützen. Dazu gehören zum Beispiel Chemikalien oder extreme Temperaturen.

Das muss Gehörschutz können

Die Lärmschwerhörigkeit ist in der heutigen Zeit leider nach wie vor weit verbreitet, obwohl sie inzwischen problemlos verhindert werden könnte. Es ist eine unterschätzte Gefahr. Daher sollte ein ausreichender Gehörschutz auch im Heimwerkerbereich zur Standardausrüstung gehören, sobald mit lauten Geräten gearbeitet wird.

Es gibt zwei Gehörschutzvarianten, die am häufigsten gebraucht werden:

Kapselgehörschutz

Dieser Gehörschutz ist einer der gängigsten und wird umgangssprachlich auch „Mickey Maus“ genannt. Ein Kapselgehörschutz eignet sich für Sie vor allem dann, wenn Sie den Gehörschutz nur kurz nutzen oder oft auf- und wieder absetzen möchten. Aussehen tut diese Art des Schutzes wie ein Bügelkopfhörer. Es gibt unterschiedliche Bauformen, beispielsweise mit Kinn-, Kopf oder Nackenbügel.

Gehörschutzstöpsel

Die Gehörschutzstöpsel sind bereits vorgefertigte Ohrenstöpsel, welche in den Gehörgang eingesetzt werden. Dieser Schutz wird vor allem bei eher unregelmäßigem Gebrauch genutzt oder auch bei Brillenträgern, die einfach keinen Kapselgehörschutz tragen können.

Der richtige Augenschutz

Eine Schutzbrille oder ein Visier schützt die Augen vor allem beim Schleifen, Bohren oder beim Arbeiten mit der Flex. Doch auch bei Arbeiten wie das Rasentrimmer oder Abbruchhämmern sollten Sie eine Brille tragen, damit kein Staub in Ihre Augen gelangen kann.

Am besten nehmen Sie eine Brille, die einen Seitenschutz besitzt, da dadurch auch kein Schmutz seitlich an der Schutzbrille vorbeikommen kann. Praktisch sind auch Lüftungsöffnungen an dem Seitenschutz, da die Brille dadurch nicht so schnell beschlägt.

Bei Arbeiten mit gefährlichen Dämpfen, Staub und umherfliegenden Funken ist eine Vollsichtbrille mitunter die beste Wahl. Sie schirmt die Augen komplett ab. Es kann auch sinnvoll sein auf ein Visier zurückzugreifen, da dieses das gesamte Gesicht schützt. Allerdings ist es bei Staub und Dampf ungeeignet.

Der passende Schutzhelm

Ihn weiß man oft erst zu schätzen, wenn er zum Einsatz gekommen ist: Der Schutzhelm kann Sie vor lebenslanger Invalidität oder gar dem Tod bewahren. Er sollte immer zum Einsatz kommen, wenn Gefahr besteht sich den Kopf anzustoßen oder Sie mit beweglichen Gegenständen arbeiten, die Ihnen auf den Kopf fallen könnten.

Sie haben grundsätzlich die Wahl zwischen einfachen Modellen nach der EN 397-Norm oder Hochleistungs-Industriehelmen nach EN 14052. Letztere sind häufig mit zusätzlichen Schutzeinrichtungen versehen, etwa Gehörschutz oder Visieren.

Der richtige Atemschutz

Feinstaub, Säuren, Gase: Sie können nahezu unsichtbar sein und lösen mitunter schwerste Gesundheitsprobleme aus. Im Hobby-Bereich werden Sie am ehesten mit der ersten Kategorie konfrontiert, nämlich den verschiedensten Arten von Staub.

Bewährt haben sich Faltmasken oder Körbchenmasken, die in 3 Schutzstufen eingeteilt sind. Im Alltag werden Sie am ehesten die Stufen FFP1 oder FFP2 benötigen.

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