Sand, Splitt, Asche oder Granulat streuen? Was gilt es zu beachten?

Sobald es kalt wird und der erste Schnee fällt, müssen Mieter und Hausbesitzer wieder bahnen. Denn im Winter gilt eine allgemeine Räum- und Streupflicht, die jeder einhalten muss, damit Passanten nicht gefährdet werden. Wenn es darum geht, Gehwege, Einfahrten und Treppenaufgänge rutschfest zu machen und von Schnee und Eis zu befreien, erweist die Schneeschaufel bereits gute Dienste. Viele Menschen schaufeln allerdings nicht allzu regelmäßig, sondern greifen stattdessen lieber ganz selbstverständlich zum Streusalz, da dieses schließlich Schnee und Eis ebenfalls ganz gut entfernt. Allerdings sollten Sie im Sinne der Natur besser auf die Verwendung von Streusalz verzichten, denn durch die Salz-Ionen werden die Pflanzen nachhaltig geschädigt, da Nährstoffe verdrängt werden. In vielen Städten und Gemeinden ist die Verwendung von Streusalz daher grundsätzlich verboten.

Wo ist das Streuen mit Salz erlaubt?

Auch die Stadt Düsseldorf spricht bezüglich der Verwendung ein klares Verbot aus. Einzig an gefährlichen Stellen darf Streusalz verwendet werden. Dies betrifft beispielsweise Treppen, Rampen, Brückenauf- und abgänge sowie Gehwege mit einem starken Gefälle. Auf Grünflächen hingegen darf Streusalz grundsätzlich nicht verwendet werden. An allen anderen Stellen ist die Verwendung ebenfalls nicht erlaubt.

Alternatives Streugut und seine Vor- und Nachteile

Neben dem insgesamt recht aggressiven Auftausalz, welches nicht nur der Natur sondern auch den Fahrzeugen zusetzen kann, gibt es aber auch noch einige alternative Streumittel, die ebenfalls sehr gute Dienste leisten können, um vereiste Flächen wieder begehbar zu machen. Diese sind entgegen der auftauenden Streumittel unter dem Begriff „Abstumpfende Streumittel“ bekannt. Abstumpfend deshalb, weil sie das Eis nicht auftauen, sondern die Glätte lediglich abstumpfen, also der glatten Fläche ihre Rutschglätte nehmen. Zu den sogenannten abstumpfenden Streumitteln gehören unter anderem

  • Streusand
  • mineralisches Streugranulat
  • Granulat aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Asche

Streusand

Beim Streusand handelt es sich um ganz gewöhnlichen Sand aus der Kiesgrube oder vom Sandstrand. Sobald Eis und Schnee abgetaut sind, können Sie den Sand ganz einfach zusammenfegen und entsorgen. Leider ist er aber auch nicht sonderlich witterungsbeständig, weshalb er auch entsprechend seltener zur Verwendung kommt.

Mineralisches Streugranulat

Zu den mineralischen Streugranulaten zählen beispielsweise der weitreichend bekannte Kies, Splitt, Blähton oder Schottersubstrat. Da die einzelnen Körner der Streugranulate deutlich größer sind als die des Streusandes, verschwinden diese nicht so schnell unter dem Neuschnee und lassen sich auch nicht so schnell in die Eisdecke drücken. Deshalb eignen sich Streugranulate auch besonders gut bei Glatteis. Nun gibt es aber auch recht scharfkantige Produkte, die, wenn sie ins Haus getragen werden, auf Fliesen, Laminat oder Holzböden Beschädigungen wie Druckstellen oder Kratzer verursachen können. Deshalb sollten Sie sich idealerweise für recht spröde Streugranulate entscheiden, da diese unter Druck leicht brechen und so Schäden weitestgehend verhindern.

Granulat aus nachwachsenden Rohstoffen

Neben Streusand, Splitt und Auftausalz gibt es auch noch nachwachsende Granulate, zu denen beispielsweise das Maisspindelgranulat zählt, das aus entkörnten Maiskolben produziert wird. Der Vorteil hierbei ist, dass es organisch und deshalb besonders umweltfreundlich ist.

Asche

Asche war schon früher ein sehr häufig verwendetes Streugut, blieb sie doch beim Heizen als Abfallprodukt zurück, wenn Kohle oder Holz verbrannt wurden. In der Asche blieben damals noch größere Mengen unverbrannte Partikel zurück, die schließlich im Schnee und auf Eis abstumpfend wirkten. Da Kaminöfen in der heutigen Zeit allerdings das Holz so gut verbrennen, dass nur noch etwa zwei bis drei Prozent Asche zurück bleiben, ist die Wirkung eher sehr gering. Allerdings haben die wasserlöslichen Teile der Asche eine ähnliche Wirkung wie Streusalz, da sie den Gefrierpunkt herabsetzen.

Bild: © iStock.com/LesPalenik