Ökologische Baustoffe

Manche von Ihnen haben vielleicht schon mal von Naturbaustoffen gehört. Doch was genau bedeutet das denn eigentlich? Als Naturbaustoffe bezeichnet man die Stoffe, die sich nach den Definitionen sowohl für Baustoffe, als auch für Naturprodukte beschreiben lassen. Es sind also Stoffe, die nur natürlich vorkommen. Ökologisch werden diese Baustoffe, wenn Sie ohne den Einsatz von künstlichen Chemikalien verarbeitet wurden.

Diese Naturbaustoffe können aus zwei verschiedenen Arten entstammen. Zum einen gibt es Stoffe, die aus der belebten Natur entstammen wie beispielsweise Schafwolle, Stroh, Schilf oder Holz. Zum anderen können die Materialien auch aus der unbelebten Natur gewonnen sein, wie zum Beispiel Bimssteine oder Lehmbaustoffe.

Trockenbau-Lehm, Stroh, Ziegel

Bei einem Innenausbau ist der Trockenbau eine der wichtigsten Bauweisen. Dabei gibt es natürlich auch unterschiedliche Trockenbaustoffe.

Lehmbauplatten

Eine der bekanntestes Trockenbaustoffe sind die Lehmbauplatten. Noch dazu zählt Lehm zu den interessantesten Baustoffen, was die bauphysikalischen und baubiologischen Eigenschaften angeht.

Lehm besteht aus fast gleichen Teilen Ton, Sand uns Schluff. Was seine Fähigkeit zur Wärme und besonders auch zur Feuchtigkeitsregulierung angeht, ist er allen anderen Baustoffen weit voraus. Früher war es allerdings immer recht aufwendig, Lehm auf dem Bau zu verarbeiten. Dies hat sich jedoch durch die Entwicklung der Lehmbauplatten geändert.

Doch wie werden Lehmbauplatten überhaupt hergestellt? Der Hauptbestandteil ist, wie der Name schon sagt, Lehm beziehungsweise Ton. Der Lehm wird entweder durch Holz- oder Strohfasern stabilisiert oder durch eine Schilfrohrmatte armiert. Außerdem werden die Platten nicht wärmebehandelt, wodurch der Lehm so erhalten bleibt, wie er ist.

Zudem weisen Lehmplatten sehr gute Eigenschaften in Bezug auf den Schallschutz auf. Sie besitzen sowohl die Fähigkeit Strahlung abzuschirmen als auch Geruch zu absorbieren.

Strohbauplatte

Neben den Lehmbauplatten gibt es noch die Strohbauplatten. Im Gegensatz zu dem Strohballenhaus, wo das Stroh sofort in Ballen verbaut wird, ist die Strohbauplatte ein Baustoff, der im Innenausbau seinen Einsatz findet. Die Platten können sowohl gesägt, gebohrt als auch gefräst werden.

Bei der Herstellung von Strohplatten wird das gereinigte Weizenstroh gepresst. Dieses Verfahren ist sehr umweltfreundlich, wodurch auf die Nutzung von zusätzlichen Bindemitteln komplett verzichtet werden kann. Bei der Pressung werden außerdem alle Keime und Sporen aufgrund der hohen Temperatur und des starken Drucks abgetötet und es entsteht ein natürlicher Schutz vor Schädlingsbefall. Nach der Pressung wird die Platte dann sofort von allen Seiten mit recyceltem Papierkarton beschichtet. Dadurch besteht die Oberfläche, die einem Gipskarton ähnlich sieht.

Natürliche Dämmstoffe

Wenn es darum geht, die richtige Wärmedämmung auszuwählen, spielen Naturdämmstoffe eine große Rolle. Diese weisen nämlich nicht nur Vorteile gegenüber anderen Wärmedämmstoffen aus, sondern sie sind auch wasserdampfdurchlässig.

Zelluloseflocken

Wenn es um ökologische Dämmstoffe geht, werden die Zelluloseflocken mit am meisten genutzt. Das hat vor allem den Grund, dass sie preislich sehr erschwinglich sind.

Hergestellt werden die Zelluloseflocken aus Altpapier. Das Altpapier wird dann in mehreren Schritten mechanisch verkleinert und aufgefasert. Bei der Dämmung können Zelluloseflocken sehr vielseitig eingesetzt werden.

Holzfaserdämmplatten

Die Holzfaserdämmplatten, welche auch Weichfaserdämmplatten genannt werden, werden aus Holzabfällen hergestellt. Das Restholz wird zu feinen Holzfasern zerrieben, anschließend kurz erhitzt und dann zu Platten gepresst. Ein zusätzlicher Klebstoff wird nicht benötigt, da die Harze im Holz sehr gut als Klebstoff dienen. Allerdings wird Ammoniumsulfat beigemengt, damit ein Schutz gegen Fäulnis besteht und der Brandschutz verbessert wird. Wenn die Holzfaserdämmplatten zur Unterdachdämmung genutzt werden, werden sie zusätzlich noch imprägniert. Dies geschieht dann entweder mit Bitumen oder mit Naturharzen. Dabei ist Bitumen ökologisch gesehen jedoch nicht sehr sinnvoll.

Die Platten weisen eine gute Eigenschaft in Bezug auf die Wärmedämmung auf, noch dazu weisen sie eine gute Schallschutzisolierung auf. Zusätzlich können sie Wasser gut speichern und wirken somit feuchtigkeitsregulierend.

Gesunde Wandfarben

Lehmfarbe ist eine natürliche Farbe, da das Pulver lediglich mit Wasser angerührt wird. So ist die Farbe frei von jeglichen Konservierungsstoffen oder Lösungsmitteln. Die Farbe hat außerdem viele Eigenschaften, die sich positiv auf das Wohngefühl auswirken. Sie ist also nicht nur frei von Giftstoffe, sondern sie ist auch atmungsaktiv, geruchsabsorbierend und feuchtigkeitsregulierend. Außerdem kann sich Lehm nicht statisch aufladen, wodurch er keine Schmutzpartikel aus der Luft anzieht. Zudem lässt sich die Farbe einfach verarbeiten, egal ob mit einer Spritzpistole, einer Lasurbürste oder einer Rolle.

Artikelbild: © BENVALEE ONTHAWORN/Shutterstock.com