Wer bezahlt den Hausmeisterservice

In einem Mietshaus fallen viele Aufgaben an. Das betrifft nicht nur die Kehrwoche, für welche die Mieter in regelmäßigen Abständen eingeteilt werden, sondern auch den Winterdienst oder die Pflege der Gartenanlage. Gerade beim Winterdienst kommt es häufig zu Unstimmigkeiten, da die Mieter dieser Aufgabe nicht in dem Umfang nachkommen können, der vom Gesetz gefordert wird. Für Frieden und Entlastung sorgt hier ein Hausmeisterservice, der sich um alle anfallenden Tätigkeiten kümmert. Allerdings stellt sich hier die Frage, wer für diese Dienstleistung aufkommen muss. Wir erklären, wer die Kosten dafür trägt und in welchem Umfang diese auf den Mieter umgelegt werden können.

Wer zahlt: Mieter oder Vermieter?

Beauftragt wird der Hausmeisterservice in der Regel vom Vermieter, also sollte dieser auch die Kosten tragen. Das erscheint zwar plausibel, stimmt so aber nicht. Grundsätzlich müssen die Mieter die Kosten für einen Hausmeisterservice tragen, wenn dieser etwa für den Winterdienst oder die Reinigung des Treppenhauses eingesetzt wird. Immerhin profitieren in erster Linie die Mieter, wenn im Winter Schnee geräumt wird oder die Gartenanlage sauber und gepflegt ist. Aus diesem Grund ist es dem Vermieter gestattet, die Kosten für den Hausmeisterservice in bestimmten Fällen auf die Mieter umzulegen.

In welchem Fall kann der Mieter die Kosten auf den Vermieter umlegen?

Die Umlage der Kosten auf die Mieter ist nicht in jedem Fall möglich – auch wenn der Hausmeisterservice den Bewohnern zugute kommt. Ist die Kostenübernahme für einen Hausmeisterservice kein Bestandteil des Mietvertrages, dann darf der Vermieter die Kosten dafür auch nicht ohne deren Einverständnis auf die Mieter übertragen. Anders sieht es aus, wenn die Mieter einer nachträglichen Änderung des Mietvertrages zustimmen. Dann darf der Vermieter die Kosten auch auf die Mieter umlegen, wenn die Kostenübernahme bei Vertragsschluss noch kein Bestandteil des Mietvertrages war.

Auf der sicheren Seite ist der Vermieter, wenn die eine Kostenumlage von vornherein im Mietvertrag vorgesehen ist. Auch wenn bisher kein Hausmeisterservice beauftragt ist, hält der Vermieter sich diese Option offen und die Mieter sind direkt darüber informiert, dass die Kosten auf sie umgelegt werden würden. Beauftragt der Vermieter dann einen Dienstleister, dann kann er, auch ohne vorherige Absprache mit den Mietern, die Kosten anteilig an die Mietparteien übertragen.

Welche Kosten kann der Vermieter auf seine Mieter umlegen und welche nicht?

Auch wenn die Kostenumlage für einen Hausmeisterservice Bestandteil des Mietvertrags ist, darf der Vermieter nicht automatisch alle Kosten auf die Mieter umlegen. Nicht umgelegt werden dürfen alle Kosten, welche die Instandhaltung beziehungsweise Instandsetzung oder Erneuerung des Gebäudes betreffen. Übernimmt der Hausmeisterservice zudem die Aufgabe der Hausverwaltung, dürfen die Kosten für diese Dienstleistung ebenfalls nicht auf die Mieter umgelegt werden. Wenn der Hausmeisterservice neben der Verwaltung zusätzlich auch Reinigungsarbeiten durchführt, müssen die Kosten hierfür selbstverständlich von den Mietern übernommen werden. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, dass der Hausmeisterservice seine Tätigkeit detailliert aufzeichnet und entsprechend aufgeschlüsselt abrechnet. Denn der Vermieter darf nicht etwa 70 Prozent der Kosten für Reinigungsarbeiten und 30 Prozent für Verwaltungsarbeiten veranschlagen und die Reinigungsarbeiten einfach ohne Nachweis auf die Mieter umlegen. Die Kosten hierfür müssen in jedem Fall belegt werden können.

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