Heizen welcher Brennstoff

Immer mehr Menschen entscheiden sich irgendwann für den Kauf oder sogar den Neubau einer Immobilie. Ein Thema ist aber auf jeden Fall genauer Planung und einer reiflichen Überlegung wert: Die Heizung. Fakt ist, dass es die eine, die richtige Heizung grundsätzlich nicht gibt. Pauschal betrachtet gibt es kein Heizsystem, welches in jeder Hinsicht empfohlen werden kann, denn von der „richtigen“ Heizung für Ihre Immobilie hängen viele verschiedene Faktoren ab, die bei der Entscheidung beachtet werden sollten.

Einer dieser Faktoren ist der verwendete Brennstoff. Hier gibt es beispielsweise:

  • Erdgas
  • Flüssiggas
  • Heizöl
  • Holzpellets
  • Wärmepumpe
  • Nachtspeicherheizung

Technologisch betrachtet gibt es mittlerweile sehr viele Ansätze verschiedenster Hersteller. Jeder Brennstoff hat seine Vorteile, aber auch seine Schattenseiten. Am meisten verbreitet ist in Deutschland das Gas als Brennstoff Nummer 1 mit mehr als 13 Millionen Heizungen, gefolgt von sechs Millionen Öl-Heizungen. Biomasse, also Pellets, befindet sich mit knapp 800.000 Wärmeerzeugern auf Platz 3, auf Platz 4 liegt die Wärmepumpe mit etwas über einer halben Million Heizsystemen. Auch die Nachtspeicherheizung ist hierzulande noch immer anzutreffen.

Übrigens können Sie auch als Mieter beim Umzug mit der Wahl des richtigen Heizungssystems an den Nebenkosten sparen. Es lohnt sich daher im Inserat auf die Heizung zu achten.

Erdgas

Bei Erdgas handelt es sich um einen fossilen Brennstoff, der den niedrigsten CO2-Ausstoß je Kilowattstunde aufweist. Allerdings ist für seine Nutzung ein Anschluss an das Erdgasnetz erforderlich. Eine mit Erdgas betriebene Heizung arbeitet überaus effizient, wodurch dieser Brennstoff auch als besonders günstig gilt.

Flüssiggas

Flüssiggas ist im Vergleich zum Erdgas insgesamt recht teuer. Da das Erdgasnetz allerdings nicht in allen Regionen gleichermaßen gut ausgebaut ist, greifen viele Haushalte oder auch Unternehmen auf Flüssiggas zurück. Dieses kann entweder in Gasflaschen gekauft, oder ähnlich wie Heizöl angeliefert werden. Zwischengespeichert wird es in speziellen Tanks, bei denen es sich in der Regel um große Außentanks handelt.

Heizöl

Nicht nur Flüssiggas, sondern auch Heizöl ist besonders flexibel einsetzbar, da es hierfür ebenfalls kein ausgebautes Leitungsnetz gibt. Auch Heizöl wird angeliefert und in entsprechenden Tank zwischengelagert. Deshalb kann Heizöl an praktisch jedem Ort frei verwendet werden, wo ein Haushalt nicht an das Erdgasnetz gekoppelt ist. Ein Nachteil gegenüber dem Erd- oder Flüssiggas ist der wesentlich höhere CO2-Ausstoß je Kilowattstunde. Da die Industrie jedoch immer bessere Heizsysteme entwickeln, verbrauchen die heute verfügbaren Ölkessel im Vergleich zum veralteten Niedertemperatur- oder dem noch älteren Standardkessel inzwischen bis zu einem Drittel weniger Brennstoff, da die heutigen Kessel wesentlich effizienter arbeiten. Wer bereits eine alte Ölheizung in seiner Immobilie verbaut hat, in dem ein Niedertemperaturgerät oder ein Standardkessel verbaut ist, für den bietet es sich an, diesen gegen einen neuen Brennwertkessel ersetzen zu lassen.

Pellets

Pellets sind nicht nur relativ günstig, sondern sie sind darüber hinaus auch noch recht umweltschonend, da es sich hierbei um nichts Geringeres handelt als um gepresstes Sägemehl und Holzspäne. In der Regel werden hierfür Abfälle aus der Holzindustrie verwendet, daher müssen nicht extra Bäume gefällt werden. Doch so oder so handelt es sich bei Pellets um keinen fossilen Brennstoff wie Erdgas oder Heizöl, die irgendwann einmal aufgebraucht sein können, sondern um einen ständig nachwachsenden Rohstoff, der zudem sogar CO2-neutral verbrannt werden kann. Eine Pellet-Heizung ist daher eine besonders umweltschonende Lösung. Eine Pellet-Heizung erfordert allerdings nicht nur ein Pelletlager, sondern auch einen automatischen Fördermechanismus. Deshalb sind diese Heizsysteme derzeit auch noch sehr teuer in der Anschaffung.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe eignet sich grundlegend für jeden Standort und Gebäudetyp. Ein Nachteil der Wärmepumpe ist jedoch, dass diese mit Strom betrieben wird. Deshalb muss hierbei grundsätzlich unterschieden werden, wie dieser erforderliche Strom erzeugt wird, ob mittels fossiler Brennstoffe wie Erdgas oder Heizöl oder mittels erneuerbare Energien wie etwa Solarenergie oder Windkraft. Während fossile Brennstoffe schädlich für die Umwelt sind, kann die Leistung erneuerbarer Energien Schwankungen unterliegen. Schon alleine vor diesem Hintergrund sollte versucht werden, den Stromanteil für die Erzeugung von Heizwärme möglichst gering zu halten, da dies nicht nur eine finanzielle Belastung darstellt, sondern auch durch eine schlechte Umweltbilanz geprägt wird. Deshalb ist es erforderlich, dass das Energieniveau des Erdreichs, der Luft sowie des Wassers in der unmittelbaren Umgebung um die Heizung nach Möglichkeit nicht nur hoch, sondern auch leicht zugänglich ist. Nur so ist eine kostengünstige und umweltfreundliche Nutzung möglich. Wärmepumpen eignen sich allerdings ausschließlich für neue Immobilien mit einer sehr guten Wärmeisolierung und infolgedessen einem nierigen Wärmeenergiebedarf. In einem Altbau hingegen ist eine Wärmepumpe keine gute Alternative, ebenso in Haushalten mit einem hohen Wärmebedarf.

Nachtspeicherheizung

Die Nachtspeicherheizung wurden ursprünglich in den 1950er und 1960er Jahren eingeführt. Sie sollten einst eine saubere Alternative zur Kohle oder zum Heizöl sein. Ziel war es aber auch, den nächtlichen Rückgang des Energiebedarfs auszugleichen. Dafür wurden die Nachtspeicherheizungen während der Nacht aufgeheizt. Die Wärme, die über mehrere Stunden in speziellen Formsteinen mit einem hohen Magnesitgehalt gespeichert werden konnte, wurde dann am Tag langsam an die Umgebung abgegeben. Als im April 1999 jedoch die Stromsteuer eingeführt wurde, die seitdem stetig angehoben wurde, entwickelte sich die Nachtspeicherheizung zu einem echten Geldvernichter. Gegenwärtig kann eine Nachtspeicherheizung weder für Wohneigentum, noch für Mieter empfohlen werden, da dieses Heizungssystem durch Steuern und die gegenwärtig hohen Strompreise zu enormen Kosten führt.

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