Hausmeisterservice steuerlich absetzen

Ob Mehrfamilienhaus oder Eigentumswohnung, ein Hausmeisterservice erweist sich im Alltag als überaus praktisch – und das nicht nur im Winter. Zu den Dienstleistungen gehört zum Beispiel das Schneeräumen, die Pflege des Gartens oder die Erledigung der Kehrwoche. Die Kosten für diesen Service kann der Vermieter in der Regel auf den Mieter umlegen. Was viele Mieter jedoch nicht wissen: Die Nebenkosten können – zumindest zum Teil – steuerlich abgesetzt werden. Auch wenn die Ersparnis auf den ersten Blick gering erscheint, lohnt es sich, diese Möglichkeit nicht verstreichen zu lassen. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen und welche Kosten Sie in der Steuererklärung geltend machen können.

Nebenkosten steuerlich absetzen

Jedes Jahr aufs Neue erhalten die Mieter eine detaillierte Nebenkostenabrechnung, in der die Kosten in einzelne Posten aufgeschlüsselt sind. Die Nebenkosten werden mit der monatlichen Kaltmiete bezahlt und decken die Kosten für die Müllabfuhr, Versicherungen oder Dienstleistungen, die rund um das Haus in Anspruch genommen wurden. Je nach Umfang können die Nebenkosten verhältnismäßig hoch ausfallen. Eine finanzielle Entlastung bietet hier zumindest die Möglichkeit, die Nebenkosten steuerlich abzusetzen.

Als haushaltsnahe Dienstleistungen können Mieter den Haushaltsservice steuerlich geltend machen, auch wenn sie diesen nicht selbst beauftragt haben. Die haushaltsnahen Dienstleistungen umfassen alle Reinigungsarbeiten im und um das Haus. Aber auch den Winterdienst, die Pflege des Gartens sowie die Beseitigung von Schädlingen. Mieter können auch handwerkliche Arbeiten oder den jährlichen Besuch des Schornsteinfegers absetzen.
Hierbei gilt es jedoch bestimmte Mindestgrenzen einzuhalten – die Kosten können nicht zu 100 Prozent geltend gemacht werden.

Wie kann man die Kosten absetzen

Sowohl Mieter als auch Vermieter können haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerksarbeiten in der Steuererklärung geltend machen. Bis zu einem Betrag von 20.000 Euro können 20 Prozent der Kosten, die für haushaltsnahe Dienstleistungen berechnet wurden, abgesetzt werden. Somit liegt die Grenze der umlagefähigen Kosten bei 4.000 Euro im Jahr. Für handwerkliche Arbeiten können 20 Prozent der Aufwendungen bis zu einer Höchstgrenze von 6.000 Euro geltend gemacht werden – also 1.200 Euro pro Jahr.

Nicht absetzbar hingegen sind die Materialkosten, die für Ersatzteile oder Reinigungsmittel anfallen. Das Finanzamt kennt hier nur die reinen Arbeitskosten an. Diese umfassen auch die Fahrtkosten, die der Hausmeisterservice für die Anfahrt berechnet. Problematisch wird es hier, wenn die Kosten des Dienstleisters auf der Rechnung nicht entsprechend aufgeschlüsselt werden.

Was ist zu beachten?

In der Regel reicht die Nebenkostenabrechnung des Vermieters aus, um die Kosten steuerlich geltend machen zu können. Teilweise fordert das Finanzamt jedoch die Vorlage der Rechnung sowie den Bankauszug, der die Überweisung belegt. In diesem Fall müssen die Belege entsprechend beim Vermieter angefordert und einreicht werden. Falls der Vermieter die Auflistung der verschiedenen Posten verweigert, sollte der Mieter explizit darauf bestehen.

Die Einkommenssteuererklärung eines Jahres sollte immer bis zum 31. Mai des Folgejahres eingereicht werden. In dieser Zeit sollte der Mieter die Nebenkostenabrechnung bereits erhalten haben. Eine spätere Umlage ist nicht möglich, denn die Kosten können nur in dem Jahr geltend gemacht werden, in dem sie auch angefallen sind.

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