Graffitti-Schutzsysteme: Welche Maßnahmen helfen bei der Prävention

Graffiti-Sprayer sehen sich als Künstler, für die Eigentümer der Objekte stellen die Kunstwerke der Sprayer jedoch ein großes Ärgernis dar. Die Schmierereien lassen sich nicht einfach wegwischen, stattdessen geht die Graffiti-Entfernung mit einem hohen Kosten- und Arbeitsaufwand einher. Mitunter lassen sich die Gemälde auch gar nicht rückstandslos entfernen oder beschädigen die Bausubstanz langfristig. Aus diesem Grund gibt es die Möglichkeit, die Fassaden mit sogenannten Graffitischutzsystemen zu schützen. Dadurch ist es anschließend einfacher, die Graffitis zu entfernen. Zudem helfen präventive Maßnahmen dabei, die Fassaden für die Sprayer unattraktiv werden zu lassen, sodass sie gar nicht erst beschmiert werden.

Präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Graffitis

Wenn Sie von vornherein vermeiden möchten, dass Ihr Gebäude mit Graffiti-Farbe besprüht wird, sollten Sie rechtzeitig und konsequent präventive Maßnahmen ergreifen. Dazu haben Sie zum Beispiel die folgenden Möglichkeiten:

  • Reinigen Sie besprühte Flächen sofort, denn mit Graffitis versehene Flächen ziehen weitere Sprayer an.
  • Bringen Sie ein Kamerasystem oder zumindest eine Attrappe an, denn das wirkt abschreckend auf die Sprayer.
  • Installieren Sie Bewegungsmelder, die für eine helle Beleuchtung sorgen, sobald sich Fremde nähern.
  • Bepflanzen Sie die Fassade mit wildem Wein oder Efeu.

In schlimmen Fällen, in denen die Sprayer immer wiederkommen, kann es auch sinnvoll sein, geschultes Wachpersonal einzusetzen. Generell sollten Sie alle illegalen Graffitis zur Anzeige bringen und konsequent strafrechtlich verfolgen lassen. Nur so merken die Sprayer, dass Sie den Schmierereien gegenüber keinerlei Toleranz aufbringen und suchen sich ein anderes Opfer.

Professionelle Graffitiprophylaxe für die einfachere Entfernung

Als Graffitiprophylaxe werden alle Maßnahmen bezeichnet, bei denen der Untergrund so behandelt wird, dass sich die Graffitis leichter entfernen lassen, falls die Fassade doch besprüht wird. Das klappt zum Beispiel mit Folien oder Emaille-Schildern, aber auch mit speziellen Beschichtungen und Imprägnierungen. Mit der Graffitiprophylaxe ist es zwar nicht möglich, die Sprayer von ihrem Vorhaben abzuhalten, allerdings sparen Sie sich bei der anschließenden Entfernung viel Arbeit, Zeit und Geld. Die Systeme zur Graffitiprophylaxe sind so konzipiert, dass es zu keiner visuellen Beeinträchtigung der Fassade kommt und sich die Graffitis anschließend ohne Rückstände entfernen lassen. Zudem darf das Schutzsystem die bauphysikalischen Eigenschaften des Untergrunds nicht verändern oder beschädigen. Man unterteilt die Graffitischutzsysteme in temporäre, semipermanente und permanente Systeme. Zudem besteht die Möglichkeit, die moderne Nanotechnologie einzusetzen. Die Auswahl des richtigen Systems erfolgt entsprechend der Beschaffenheit und Materialzusammensetzung des Untergrunds.

Temporäre Graffitischutzsysteme
Ein temporärer Graffitischutz ist gegenüber der Witterung nicht sonderlich stabil. Er schützt die Oberfläche für maximal drei Jahre und ist im Vergleich zu den Permanentsystemen sehr preisgünstig. Fast alle temporären Systeme werden auf Wasserbasis hergestellt und sind damit lösungsmittelfrei. Für die Entfernung der Schutzsysteme sind demnach keine chemischen Reinigungsmittel erforderlich, die die Umwelt belasten könnten. Dadurch spricht auch aus ökologischer Sicht nichts gegen ihre Verwendung.

Semipermanente Graffitischutzsysteme
Die semipermanenten Graffitischutzsysteme sind der goldene Mittelweg zwischen temporären und permanenten Lösungen. Hierbei kommt in der Regel eine beständige Schicht für die Grundierung zum Einsatz. Darüber wird eine Opferschicht aufgebracht. Ein modernes semipermanentes System ist witterungsfest und beständig gegenüber der UV-Strahlung. Auch die biologische und anaerobe Verwitterung kann ein solches Graffitischutzsystem nicht beeinträchtigen. Die semipermanente Lösung bietet eine Haltbarkeit von maximal fünf Jahren.

Permanente Graffitischutzsysteme
Durch Permanentsysteme wird auf der behandelten Oberfläche ein Film gebildet, der unempfindlich für Lösemittel ist. Um die Graffitis zu entfernen, müssen spezielle Reinigungsmittel verwendet werden, die auf das System abgestimmt sind. Zum Teil müssen Mindestschichtdicken eingehalten oder mehrere Schichten aufgetragen werden, damit die Anti-Graffiti-Wirkung dauerhaft gewährleistet werden kann. Die Haltbarkeit ist bei den permanenten Graffitischutzsystemen am höchsten, allerdings haben Sie bei dieser Variante auch den größten Kostenaufwand.

Nanotechnologie
Bei der Nanotechnologie werden die Fassaden mit kleinsten Nano-Bausteinen beschichtet. Das hat den Vorteil, dass der Graffitischutz optimal auf die gewünschten Anforderungen angepasst werden kann. Speziell für raue, poröse, saugende und polierte mineralische Untergründe sind derartige Nano-Produkte ideal. Sie sind bei Gebäudebesitzern sehr beliebt, weil sie beinahe unsichtbar sind und keinen optischen Einfluss auf den darunterliegenden Baustoff haben. Deshalb bieten sie sich auch für Gebäude mit Denkmalschutz perfekt an. Bei dieser Variante bleibt der Schutz auch noch erhalten, wenn schon mehrere Graffitis entfernt werden mussten.

Wichtig ist, dass Sie für den Fassadenschutz einen Fachbetrieb beauftragen. Er wird ermitteln, welches Graffitischutzsystem für Ihr Gebäude am ehesten in Frage kommt und den Auftrag professionell durchführen.

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