Fassadenreinigung - welche Verfahren werden angewendet

Die Front eines Hauses ist sein Aushängeschild. Leider setzen ihr nach einigen Jahren die Witterungseinflüsse zu. Saurer Regen greift die Oberfläche an, dazu lagern sich Schwebstoffe, Flugrost und Ruß auf der Fassade ab. Auch Algen und Moos besiedeln kleine Vertiefungen und Unebenheiten. Damit die Hausfront wieder ansehnlich wird, kann die Fassade professionell gereinigt werden.

Ist eine Fassadenreinigung wirklich notwendig?

Es gibt viele Gründe eine Reinigung der Hausfront aufzuschieben oder auszulassen. Vielleicht gefällt der geheimnisvolle „Vintage-Look“, oder die Finanzierung ist kritisch. Jedoch ist der Schmutz auf der Fassade kein rein optisches Problem: In Fugen und Vertiefungen lagern sich im Laufe der Jahre viele aggressive Substanzen ab. Empfindliches Material wie Kalksandstein kann sehr tiefgreifend geschädigt werden, da Feuchtigkeit und Chemikalien durch die poröse Struktur tief eindringen können. Daher kann eine gründliche Reinigung Ihre Fassade vor Schäden bewahren.

In einem ersten Schritt erfolgt eine Beratung, bei der die Substanz begutachtet und dann ein empfehlenswertes Vorgehen erörtert wird. Je nach Art Ihrer Fassade kommen verschiedene Verfahren für die Reinigung in Frage oder können auch ausgeschlossen werden. So würde eine weiche Kalksandstein-Front unter dem Einsatz von Höchstdruck-Reinigung enorm leiden. Daher ist eine solche Beratung unbedingt empfehlenswert. Doch welche Verfahren stehen zur Auswahl?

Mechanische Reinigungsverfahren

Die geläufigsten Verfahren in dieser Kategorie sind Sandstrahlen und die Hochdruckreinigung. Beim Sandstrahlen wird ein Gemisch aus Sand und Luft unter hohem Druck gegen die Fassade geblasen. Es kann auch Wasser beigemischt werden. Dieses Verfahren ist sehr gründlich, hat aber auch einen stärkeren Substanzverlust als die Hochdruckreinigung zur Folge. Bei Bedarf kann anstelle von Sand ein anderes Strahlmittel verwendet werden.

Die Hochdruckreinigung arbeitet mit Wasser als Reinigungsmittel. Es wird unter hohem Druck auf die Fassade gesprüht, und löst so Schmutz einfach ab. In hartnäckigen Fällen können spezielle Netz- und Reinigungsmittel beigesetzt werden. Bei einem Druck bis 200 bar spricht man von einer Hochdruckreinigung, während eine Höchstdruckreinigung zwischen 800 bis 1200 bar angesiedelt ist. Je nach Beschaffenheit der Oberfläche und dem verwendetem Wasserdruck kann es zu Substanzverlusten kommen. Diese lassen sich jedoch sehr gut minimieren, denn Druck, Wassermenge und andere Parameter können sehr genau eingestellt werden.

Häufig werden Sandstrahlen und Hochdruckreinigung als „ökologisches Reinigungsverfahren“ beworben. Dies ist kritisch zu sehen, da das Abwasser und das Strahlgut mit Schwefeldioxiden, Rost und Schwermetallen belastet sein kann. Eine professionelle Entsorgung ist in jedem Fall notwendig.

Chemische Verfahren

Diese Reinigungsmethoden basieren auf dem Einsatz von Laugen und Säuren in Verbindung mit diversen Netzmitteln und anderen Substanzen. Da die eingesetzten Präparate häufig ätzend sind, ist dringend angeraten die chemische Fassadenreinigung von einer Fachkraft vornehmen zu lassen. Außerdem können bei unsachgemäßer Anwendung schwere Schäden entstehen, so dass hier viel Erfahrung gefragt ist.

Als Lauge kommt vorwiegend Kalium- oder Natriumhydroxid zum Einsatz und wird häufig bei Naturstein verwendet. Bei den meisten anderen Fassaden findet Säure auf Basis von Fluß- oder Salzsäure Anwendung. Vor Beginn der Reinigung wird auf jeden Fall eine Musterfläche an unauffälliger Stelle angelegt, um die verschiedenen Reinigungsmittel zu testen. So werden großflächige Schäden durch die Chemikalien vermieden.

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