Fahrräder als Mieter richtig unterbringen

Immer mehr Menschen wissen in den letzten Jahren den Besitz eines Fahrrades sehr zu schätzen. Doch viele wissen nicht so recht, wo sie ihr Fahrrad unterstellen sollen. Als Besitzer eines eigenen Hauses ist dies in der Regel kein Problem, denn hier kann der Hausbesitzer selbst entscheiden, wo er das Fahrrad unterstellen möchte. Oftmals wird dafür einfach ein Kellerraum genutzt. Doch als Mieter werden Sie nur in den seltensten Fällen den Platz dafür haben, ein Fahrrad im Keller unterzustellen.

In vielen Mehrfamilienhäusern, insbesondere in einem Hochhaus, gibt es entweder einen geräumigen Hof oder einen eigenen Fahrradkeller. Doch was ist, wenn das nicht der Fall ist, wenn es weder einen Hof, noch einen Fahrradkeller noch eine andere Möglichkeit gibt, wo Sie Ihr Fahrrad unterstellen können?

Schon seit den 1990er Jahren gibt es seitens vieler Landesbauordnungen die Vorgabe, dass Hauseigentümer einen Neubau mit einem Fahrradstellplatz ausstatten müssen. Dieser darf auch zu einem späteren Zeitpunkt für keinen anderen Zweck genutzt werden. Handelt es sich allerdings um ein bereits bestehendes Gebäude, dann sieht die Sachlage ein wenig anders auf, denn in diesem Fall muss der Hauseigentümer seinen Mietern keinen geeigneten Stellplatz für deren Fahrräder zur Verfügung stellen.

Sollte ein Fahrradfahrer sein Fahrrad gerne sicher unterstellen wollen, dann empfiehlt es sich, bereits vor dem Einzug in die neue Wohnung darauf zu achten, ob eine entsprechend angemessene Unterstellmöglichkeit gegeben ist. Ist dies der Fall, dann sollten der Mietvertrag und die Hausordnung näher in Augenschein genommen werden, ob Fahrradkeller oder Hof ebenfalls genutzt werden dürfen. Wenn es eine Möglichkeit gibt, wo Sie Ihr Fahrrad unterstellen könnten, im Mietvertrag ist eine Mitbenutzung jedoch nicht erwähnt, dann sollten Sie versuchen, eine Mitbenutzung noch vor der Unterzeichnung des Mietvertrages zu erwirken. Im Nachhinein wird es nur sehr schwer möglich sein, dies durchzusetzen. In einem solchen Fall wären Sie also verpflichtet, Ihr Fahrrad in Ihrer Wohnung oder dem eventuell zur Verfügung gestellten Keller unterzustellen. Eine Unterstellung im Hof wäre dann nicht erlaubt.

Der Hausflur

Häufig entscheiden sich die Mieter dafür, ihr Fahrrad im Hausflur abzustellen, wenn es sonst keine andere Möglichkeit gibt. Grundsätzlich mag dagegen eigentlich nichts auszusetzen zu sein, außer jedoch, dies ist in der Hausordnung ausdrücklich untersagt. Dabei spielt es am Ende keine Rolle, ob es sonst keine Möglichkeit gibt, das Fahrrad unterstellen zu können. Außerdem könnten Brandschutzbestimmungen eine Rolle spielen, denn das Treppenhaus ist ein Fluchtweg und muss als solcher immer frei gehalten werden. Es ist aber in jedem Fall möglich, das Fahrrad mit in die eigene Wohnung zu nehmen, auch ohne dass erst die Zustimmung des Hauseigentümers eingeholt werden muss.

Wenn es im Fahrradkeller voll wird

Vor allem in Hochhäusern gibt es häufig einen Fahrradkeller, der von allen Mietern genutzt werden kann. Allerdings werden diese Keller leider häufig auch als Abstellkammer oder Entsorgungsort für Fahrräder missbraucht, die ihre Besitzer nicht mehr nutzen wollen. In einigen Jahren kommen so einige Fahrräder zusammen, die letzten Endes gar nicht mehr genutzt werden. Irgendwann kommt es unweigerlich zu einem echten Platzproblem kommen, weshalb andere Mieter ihr Fahrrad nicht mehr im Fahrradkeller unterstellen zu können.

Daher lassen Hauseigentümer den Fahrradkeller hin und wieder entrümpeln. Da es sich hierbei jedoch um das Eigentum der Mieter handelt, darf der Hauseigentümer nicht jedes Fahrrad einfach entsorgen. Die Mieter können daher Schadenersatz einfordern, wenn ihr Fahrrad einfach verschrottet wird.

Der Hauseigentümer kann dies jedoch vermeiden, indem er Fahrräder, die er als Schrott ansieht, entsprechend markiert und seine Mieter mit einem Rundschreiben über die Entrümpelung des Fahrradkellers informiert. Es muss eine angemessene Frist gesetzt werden, damit sich die Betroffenen um die entsprechenden Fahrräder kümmern können.

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