Hausordnung

Ordnung ist das halbe leben und das gilt auch für ein Mehrparteienhaus. Aus diesem Grund gibt es in vielen Mietshäusern eine Hausordnung. Denn bestimmte Dinge kann der Vermieter in der Hausordnung verbieten, jedoch gibt es dabei natürlich auch Grenzen.
In diesem Text erfahren Sie, was in einer Hausordnung stehen sollte und was Vermieter von ihren Mietern verlangen können und was nicht.

In welcher Form muss die Hausordnung vorliegen?

Grundsätzlich ist es die Entscheidung des Vermieters, ob die Hausordnung ein Teil des Mietvertrags oder lediglich ein Aushang im Treppenhaus ist.
Wenn der Vermieter bestimmte Aufgaben wie die Treppenhausreinigung oder das Schneeschippen an die Mieter verteilen will, muss die Hausordnung auf jeden Fall in den Mietvertrags aufgenommen werden. Sie kann dann etwa als Anhang beigefügt werden, zumindest muss sie im Mietvertrag Erwähnung finden.

Entscheidet sich der Vermieter dazu, die Hausordnung nur im Treppenhaus auszuhängen oder sie den Mietern getrennt vom Mietvertrag zu geben, dürfen dem Mieter darin keine Aufgaben zugeteilt und keine Pflichten auferlegt werden, welche über seine vertragliche und gesetzliche Pflicht hinausgehen. Die Hausordnung darf dann also nur ordnende Regelungen wie die Schließzeiten der Haustür oder die Regelungen der Ruhezeiten enthalten. Jedoch dürfen diese Regelungen den Mieter in seinem Persönlichkeitsrecht nicht einschränken.

Diese Punkte sollten in der Hausordnung geregelt sein

Ruhezeiten

Hinweise zur Vermeidung von unnötigen Ruhestörungen im Haus sind in so gut wie jeder Hausordnung zu finden. Sie gelten auch dann, wenn die dort genannten Hinweise nicht ausdrücklich im Mietvertrag erwähnt werden. Denn mit diesen Vorschriften fordert der Vermieter nur das ein, was auch im Gesetz steht und woran sich die Mieter demzufolge ohnehin dran halten müssen.
Die Nachtruhe herrscht von 22 bis 6 Uhr. Zwar ist die Mittagsruhe nicht mehr bundeseinheitlich geregelt, jedoch sollten die Mieter zwischen 12 und 15 Uhr ein wenig Rücksicht nehmen und Lärm vermeiden. Wenn in dem Mehrparteienhaus auch Kinder leben, sollten sowohl Mieter als auch Vermieter ein wenig toleranter sein, denn eine Hausordnung darf den Kindern nicht verbieten zu spielen. Jedoch dürfen unnötige Gefahren vermieden und somit das spielen in Kellerräumen, in der Tiefgarage oder der Waschküche verboten werden.

Regeln für den Gemeinschaftsgarten

Wenn das Mietshaus über eine gemeinschaftliche Gartenfläche verfügt, sollte in der Hausordnung geregelt werden, was im Garten erlaubt ist und was nicht. Es kann beispielsweise geregelt werden, ob die Mieter Gemüse anbauen dürfen oder ob und wenn ja wann, sie Liegestühle oder ähnliches Mobiliar aufstellen dürfen. Diese Regeln müssen nicht im Mietvertrag erwähnt werden. Wenn der Vermieter allerdings möchte, dass die Mieter den Garten pflegen, indem sie den Rasen mähen oder Unkraut jäten, müssen diese Aufgaben Bestandteil des Mietvertrags sein.
Ein großes Streitthema ist das Grillen. Grundsätzlich ist das Grillen im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse erlaubt. Jedoch können Vermieter das Grillen im Mietvertrag und somit dann auch in der Hausordnung einschränken oder komplett verbieten.

Haussicherheit

Ein wichtiger Aspekt der Hausordnung ist die Haussicherheit. Denn Vermieter können bestimmte Sicherheitsaspekte regeln, wie beispielsweise die Schließzeiten der Haustür oder sie können vorschreiben, dass bestimmte Fluchtwege nicht zugestellt werden dürfen. Diese Regelungen gelten auch, wenn sie nicht im Mietvertrag erwähnt werden.

Nutzung der Gemeinschaftsräume

Wenn sich die Mieter bestimmte Räume wie die Waschküche oder den Dachboden teilen, wäre es ratsam, einige Regeln in der Hausordnung festzuhalten. So können Vermieter beispielsweise bestimmen, zu welchen Zeiten die Waschküche genutzt werden darf. Auch diese Vorschriften müssen nicht unbedingt im Mietvertrag erwähnt werden.

Reinigungsarbeiten, Schnee räumen und Laub kehren

Damit das Haus eine gewissen Ordnung beibehält, darf der Vermieter zum Beispiel verbieten, dass Müll vor der Wohnungstür deponiert wird.
Mit Hilfe der Hausordnung kann der Vermieter auch Arbeiten am und im Haus verteilen. Zu diesen Arbeiten gehören das Schneeschippen, das Laub kehren oder die Treppenhausreinigung. Wenn der Vermieter will, dass die Mieter diese Aufgaben ausführen, müssen sie unbedingt Bestandteil des Mietvertrags sein.

Regeln zur Tierhaltung

Grundsätzlich darf der Vermieter nicht ohne weiteres die Tierhaltung verbieten. Die Hausordnung darf allerdings diesbezüglich Vorgaben für das Zusammenleben machen.

Das darf die Hausordnung nicht vorschreiben

Generell darf Hausordnung nicht gegen geltendes Recht verstoßen und den Mieter in seinem Persönlichkeitsrecht einschränken. Mit folgenden Verboten wird der Vermieter auch nicht weit kommen:

  • Generelles Dusch- und Badeverbot nach 22 Uhr
  • Besuchsverbot
  • Untersagen von Kinderlärm
  • Übernachtungsverbot für Besucher der Mieter
  • Regelung der Zimmertemperatur in der Wohnung

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