Das Dach - wer räumt Schnee und Eiszapfen

Schnee und Eis sehen zwar schön aus, jedoch bringen sie auch einige Probleme mit sich. Denn Schnee und Eis sind sowohl für den Mieter, als auch für den Hauseigentümer mit der sogenannten Verkehrssicherungspflicht verbunden. Durch diese Pflicht müssen sie notwendige Maßnahmen ergreifen, um mögliche oder bereits vorhandene Gefahrenstelle zu beseitigen oder, wenn dies nicht möglich ist, sie zumindest zu reduzieren. Dies betrifft auch das Dach. In diesem Beitrag erfahren Sie, wer für die Beseitigung von Schnee und Eis hoch oben zuständig ist und welche Gefahren entstehen können.

Welche Gefahren entstehen durch Eis und Schnee auf dem Dach?

Tatsächlich reicht es im Winter nicht aus, nur die Gehwege von Schnee und Eis zu befreien, denn vorbeilaufende Menschen müssen auch vor herunterfallenden Eiszapfen oder Dachlawinen geschützt werden. Doch wer muss eigentlich das Dach von Schnee und Eis befreien?

Befindet sich eine Schneedecke auf dem Dach eines Hauses, stellt diese eine Gefahr dar. Würde die Schneedecke auf dem Dach ins Rutschen geraten, so birgt sie dann für Passanten ein hohes Verletzungsrisiko. Das gleiche gilt natürlich auch für Eiszapfen, die vom Dach fallen könnten. Damit Passanten also ohne Gefahr an einem Haus vorbeilaufen können, müssen die Hauseigentümer dafür sorgen, dass die Gefahrenstelle entsprechend gesichert wird.

Des weiteren birgt eine Schnee auf dem Dach nicht nur eine Gefahr für Passanten, sondern auch für Ihr Haus. Denn bei einer zehn Zentimeter hohen Schneedecke lasten pro Quadratmeter bis zu 40 Kilogramm Gewicht auf dem Hausdach. Ist diese Schneefläche zusätzlich noch vereist, kann sie sogar mehr als doppelt so viel wiegen. Eine erhöhte Einsturzgefahr besteht besonders bei Flachdächern.

Wie lassen sich die Gefahren verhindern?

Damit die potenzielle Gefahrenstelle entschärft wird, sollten Stellen, die besonders anfällig für Dachlawinen sind, mit einem Schneefangsystem gesichert werden. Zu solchen Stellen gehören vor allem Gehwege und Parkplätze, die für alle frei zugänglich sind, sowie auch Hauseingänge. Sollte die Neigung Ihres Dachs mehr als 45 Grad betragen, besteht die Pflicht, das Dach mit einem solchen Schutzsystem auszustatten.

Bei einem solchen Schneefangsystem können sie zwischen zwei Möglichkeiten wählen: dem Schneefanggitter und dem Schneestopper.

Das Schneefanggitter wird an der Kante des Daches angebracht. So wird verhindert, dass die Dachlawine auf den Boden fällt. Der Nachteil dieses Systems ist allerdings, dass ein großes Gewicht auf der Kante des Daches liegt. Der Schneestopper hingegen, wird auf dem gesamten Dach angebracht. Durch ihn wird verhindert, dass der Schnee ins Rutschen gerät. Im Gegensatz zum Schneefanggitter wird hierbei das Gewicht auf das gesamte Dach gleichmäßig verteilt.

Wenn es sehr viel geschneit hat oder es immer wieder zu Frost- und Tauperioden und starken Regenfällen kommt, ist es ratsam, das Dach von dem Schnee zu befreien. Denn durch den Regen oder Frost, nimmt das Gewicht auf dem Dach zu. Allerdings sollten Sie nicht selber auf das Dach steigen und dieses mit einer Schneeschaufel befreien. Beauftragen Sie stattdessen lieber einen Fachmann, denn dieser kann die Gefahren und das auf dem Dach lastende Gewicht besser einschätzen.

Wer muss bei Unfällen haften?

Die Verkehrssicherungspflicht obliegt dem Hauseigentümer und somit ist er dafür verantwortlich, jegliche Gefahrenstellen durch Schnee und Eis zu beseitigen oder zumindest einzugrenzen. Dies ist nicht nur bei dem eigenen Grundstück, sondern auch bei öffentlichen Gehwegen und frei zugänglichen Wegen der Fall, die an das Grundstück grenzen. Wenn er dieser Pflicht nicht nachkommt und dadurch jemand verletzt wird, muss der Hauseigentümer dafür haften.

Jedoch kann der Hauseigentümer bei vermieteten Objekten die Verkehrssicherungspflicht an die Mieter übertragen. Sollte durch die Fahrlässigkeit der Mieter ein Unfall passieren oder ein Sachschaden entstehen, trifft den Vermieter allerdings auch Schuld. Er hat zwar die Verkehrssicherungspflicht an den Mieter übertragen, ist jedoch seiner Kontrollpflicht nicht nachgekommen.

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