Besonderheiten von Altbauwohnungen

Die meisten denken bei dem Begriff „Altbau“ wahrscheinlich sofort an die großen und hohen Räume, den schönen Parkettböden und die mit Stuck verzierten Decken. Doch was Sie wissen sollten: Altbau ist nicht gleich Altbau. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die Besonderheiten von Altbauwohnungen sind und wie es um das Wohngefühl in ihnen steht.

Denkmalschutz

Wenn Sie sich dazu entscheiden, einen Altbau zu kaufen, sollten Sie immer bedenken, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht oder nicht. Für den Eigentümer einer Altbauwohnung bedeutet der Denkmalschutz nämlich, dass er für alle Veränderungen die er im und am Gebäude vornehmen will, die von der Denkmalschutzbehörde verhängten Auflagen berücksichtigen muss. Das lässt so manche Baumaßnahmen extra teuer werden.

Kostenfaktor Renovierung

Es gibt einige tolle Häuser noch aus der Gründerzeit, welche in den Wohnungen viel Platz bieten. Doch natürlich gibt es auch viele kleine Wohnung in einem Altbau. Diese genügen von ihrem Zustand jedoch nicht mehr unseren heutigen Ansprüchen. Aus diesem Grund renovieren viele Eigentümer ihre Altbauten, was allerdings sehr aufwendig ist, denn sie passen auch die Grundrisse der Wohnungen an. Was charakteristisch sowohl für Mietwohnungen, als auch für Eigentumswohnungen ist, sind Wände, die nach alter Handwerkerdtradition gemauert wurden sowie auch die Holzbalkendecken.

Durchzug – im Altbau erwünscht

Die meisten Altbauten sind mit schönen Kastenfenstern ausgestattet, bei denen es sich um eine Art von Doppelfenstern handelt. Dabei sind zwei Fenster in einem Kasten nacheinander eingebaut und zwischen diesen zwei Fenstern befindet sich ein Luftraum. Diese Kastenfenster sehen nicht nur gut aus, sondern sie haben auch einige Vorteile, denn der Luftraum zwischen den beiden Fenstern puffert die kalte Luft draußen und die warme Luft im Raum gegeneinander ab und wirkt so als Wärmedämmung. Zusätzlich fungiert das Doppelfenster als Schallschutz.

Die Fenster müssen auf jeden Fall richtig und fachgerecht eingebaut werden, da es sonst bei einem Einbau neuer Fenster durch deren absolute Dichtigkeit zu Feuchtigkeit im Mauerwerk und zu Schimmelbildung kommen kann. Denn durch die Ritzen der früheren Fenster kam es zu einer Zwangsbelüftung, die für einen ständigen Luftaustausch zwischen draußen und drinnen führte und Schimmelbildung so verhindert wurde.

Nebenkosten im Altbau

Altbauwohnungen sind immer schön hell. Das liegt an den bis zu drei Meter hohen Wänden und Decken und die darauf abgestimmten dementsprechend hohen Fenstern. Der Nachteil ist jedoch, dass auch diese Fenster geputzt werden müssen und das nimmt nicht nur mehr Zeit in Anspruch, sondern man braucht auch eine gute Balance und muss Schwindelfrei sein. Zusätzlich kostet es im Winter sehr viel Heizenergie, damit die Räume im Winter eine angenehme Temperatur haben. Die Folge daraus ist, dass die Heizkosten höher ausfallen können.

Früher haben die Bewohner in ihren Altbauwohnungen kalte Füße gehabt, da die Wärme ja bekanntlich nach oben steigt. Damit dies heute nicht mehr der Fall ist, können moderne Heizsysteme angebracht werden. Diese sorgen zwar auch in hohen Räumen für ein angenehmes Klima, wirken sich allerdings auch auf die Nebenkostenabrechnung aus.

Bevor Sie sich dazu entscheiden in einen Altbau zu ziehen, sollten Sie sich ganz genau über den baulichen Zustand der Wohnräume und des gesamten Gebäudes informieren. Es können bei unrenovierten Altbauten nämlich Beschädigungen an der Außenfassade oder am Dach vorliegen und durch diese könnte dann Feuchtigkeit in die Wohnung eindringen. Wenn dies der Fall ist, dauert es nicht lange bis sich der erste Schimmel bilden würde.

Bewusstes Heizen und Lüften

Wie auch in anderen Wohnungen ist das richtige und bewusste Heizen und Lüften auch in einer Altbauwohnung wichtig. Da die modernen Fenster komplett dicht sind, muss die durch das Benutzen der Wohnräume anfallende Feuchtigkeit bewusst durch das Lüften aus den Räumen entfernt werden, andernfalls droht Schimmelbildung. Solch eine Feuchtigkeit entsteht beispielsweise durch die Atemluft der Bewohner oder durch Duschen, Kochen oder Wäsche waschen.

Außerdem sind nicht nur die Fenster dicht, denn heutzutage sind die Wände oft mit einer Wärmeschutzdämmung verkleidet. Aus diesem Grund kann auch von den Wänden keine Feuchtigkeit mehr von innen nach außen abgeleitet werden. Die warme Luft im Raum kann eine gewisse Menge an Feuchtigkeit binden und diese dann beim Lüften nach draußen befördern. Wenn die Temperaturen allerdings in der Wohnung zu niedrig sind, schlägt sich die Feuchtigkeit an den Wänden nieder. Aus diesem Grund kann nur das regelmäßige Stoßlüften sowie das entsprechende Aufheizen der Raumluft der Schimmelbildung entgegenwirken.

Wenn Sie sich über die höheren Nebenkosten im klaren sind und trotzdem noch in eine schöne Altbauwohnung ziehen wollen, steht diesem Ein- oder Umzug nichts mehr im Wege.

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