Barrierefrei bauen oder renovieren

Heutzutage ist es schon fast normal geworden, barrierefrei zu bauen – und das nicht nur bei älteren Menschen, auch bei jungen Leuten. Wer nämlich nicht barrierefrei baut, muss sehr wahrscheinlich irgendwann im Alter noch einmal umziehen. Erfahren Sie hier, was es beim barrierefreien Bauen und Renovieren zu beachten gibt!

Vorteile einer barrierefreien Wohnung

Wenn man an „barrierefrei“ denkt, denken die meisten Menschen wahrscheinlich an behinderten- oder seniorengerecht. Doch das muss es nicht immer heißen, denn bei dem Begriff „barrierefrei“ steht besonders der Komfort im Vordergrund. Doch nicht nur in ferner Zukunft, sondern in jedem Alter kann es ziemlich praktisch sein, barrierefrei zu wohnen. So erleichtern Sie sich das Leben mit Kindern, da es weniger Verletzungsgefahr gibt. Es reicht ja sogar schon, wenn Sie aufgrund einer Verletzung beispielsweise mit Krücken herumlaufen müssen – barrierefreies Wohnen bringt also sehr viele Vorteile mit sich.

Das Ziel des barrierefreien Bauens ist, die Selbstständigkeit der Bewohner eines Hauses oder einer Wohnung zu bewahren – trotz einer Beeinträchtigung jeglicher Art. Besonderen Fokus legt man dabei auf das Badezimmer, die Küche und den Eingangsbereich. Diese Bereiche machen sowohl Bewohnern, als auch Besuchern mit einem Handicap am meisten zu schaffen.

Die DIN-Norm

Beim barrierefreien Bauen gibt es einige Anforderungen, welche auf jeden Fall eingehalten und bei der Planung des Baus beachtet werden müssen. Diese Anforderungen hat das Deutsche Institut für Normung in der so genannten DIN-Form 18040 festgelegt.

Darin steht beispielsweise, dass mindestens ein Badezimmer in der Wohnung barrierefrei nutzbar sein sollte. Außerdem muss eine Tür, wenn sie für Rollstuhlfahrer geeignet sein soll, mindestens 90 Zentimeter breit sein. Alle Haupteingänge müssen ohne Stufen erreichbar sein. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Flur als Eingangsbereich: Dieser muss mindestens eine Breite von 1,50 Meter haben, so dass ein Rollstuhlfahrer hier ohne Probleme wenden kann. Zudem muss es einer Person auch möglich sein, im Sitzen nach draußen zu schauen. Die Fenster müssen also gegebenenfalls entsprechend tiefer eingesetzt werden.

Falls ein Balkon oder eine Terrasse vorhanden ist, muss diese natürlich auch mit einer barrierefreien Tür versehen sein. Vorteilhaft ist es auch, wenn die Beläge des Bodens ein wenig rutschhemmend sind, da es sonst schnell mal passieren kann, das man stürzt und sich verletzt.

Das barrierefreie Badezimmer

Die vorgegebenen Normen müssen natürlich eingehalten werden, aber darüber hinaus sollten Sie auch auf Ihre persönlichen Vorlieben achten.

Einer der wichtigsten Räume in einem barrierefreien Haus ist das Badezimmer. Denn auch mit einem Handicap möchte man sich natürlich selbst waschen können. Es gibt dabei einige Tipps, die es einfacher machen, dieses Ziel zu erreichen.

Zu erst einmal sollte die Tür im besten Falle nach außen aufschwingen. So steht im Badezimmer auf ganz einfache Weise gleich mehr Platz zur Verfügung! Außerdem sollte man die Spülung der Toilette ohne Probleme betätigen können, ohne sich anders hinsetzen zu müssen. Wichtig ist auch die Gestaltung der Dusche: Hier darf keine Schwelle oder Kante im Weg sein. Zusätzlich sollten alle Wände so stabil sein, dass Sie bei Bedarf Haltegriffe oder Haltestangen montieren können.

Die Vorteile von barrierefreiem Bauen

Das barrierefreie Planen und Bauen hat gleich mehrere Vorteile. Sie sorgen damit für Ihr Alter oder möglichen Einschränkungen vor. Auch bereits vorhandenen oder zukünftigen Nachwuchs kommt dies nur zugute. Außerdem steigern Sie damit den Wiederverkaufswert, da das barrierefreie Wohnen gefragter denn je ist.

Mit einer barrierefreien Wohnung haben Sie auch die Möglichkeit, Ihre Eltern später zu sich zu holen, wenn sie sonst in eine Einrichtung hätten gehen müssen.

Wer sich um die Kosten Sorgen macht: Sie haben sogar die Möglichkeit, Fördergelder zu erhalten. Doch nicht nur für Menschen mit einem Handicap ist so eine barrierefreie Wohnung ganz schön praktisch. Auch Menschen ohne eine körperliche Beeinträchtigung können davon profitieren.

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