Rauchmelderpflicht NRW

Wenn wir schlafen, schläft sozusagen auch unsere Nase. Sollte es wider Erwarten eines Tages zu einem Brand kommen, würden wir die Brandgerüche daher gar nicht wahrnehmen, bis es schließlich zu spät wäre, uns das Feuer schon erreicht hätte und möglicherweise sogar jedweder Fluchtweg abgeschnitten wäre. Schon viel zu häufig ist es vorgekommen, dass ein Brand zu spät bemerkt wurde, weshalb Menschen ums Leben gekommen sind. Alleine in Deutschland sterben jedes Jahr rund 400 Menschen während eines Brandes. Bei etwa 95 Prozent aller Todesopfer handelt es sich aber nicht um Verbrennungsopfer, sondern vielmehr um Opfer einer Rauchgasvergiftung. Schon kleinste Mengen verkohlter Kunststoff können ausreichen, um in einer Wohnung genug hochgiftige Gase zu erzeugen. Wird dies nicht rechtzeitig erkannt, führt dies unweigerlich zur Bewusstlosigkeit und zu Verätzungen in der Lunge. eshalb hat das Land Nordrhein-Westfalen nun für sämtliche Häuser und Wohnungen eine einheitliche Rauchmelderpflicht per Gesetz eingeführt.

Wann kommt die Rauchmelderpflicht?

Schon im Dezember 2012 hatte die Landesregierung Nordrhein-Westfalen eine Änderung der Landesbauordnung beschlossen und für alle Neu- und Umbauten ab 01.04.2013 eine Einbaupflicht für Rauchmelder erlassen. Doch auch alle anderen bereits bestehenden Wohnimmobilien werden von der Rauchmelderpflicht nicht verschont bleiben, auch wenn es bis dahin noch etwas Zeit ist. Hier sind Rauchwarnmelder bis spätestens zum 31.12.2016 zu installieren. Ab dem 01.01.2017 gilt die Rauchmelderpflicht in Nordrhein-Westfalen also landesweit und ausnahmslos für alle Haushalte. Wenn Sie dieser Pflicht auch nach dem Stichtag nicht nachkommen, müssen Sie zwar bislang noch nicht mit einem Bußgeld rechnen, denn weder Bußgeld noch Kontrollen sind bisher vorgesehen. Allerdings könnte die Möglichkeit bestehen, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt oder die Leistungen kürzt, wenn kein gültiger Rauchmelder installiert ist.

Wo müssen Rauchmelder angebracht werden?

Grundsätzlich gilt für Rauchmelder, dass diese stets an der Decke und nur dort angebracht werden dürfen. Es ist also nicht zulässig, wenn Sie diesen beispielsweise an der Wand befestigen oder sogar lediglich auf einen Schrank legen. Kommt es zu einem Brand, steigt der entstehende Rauch immer nach oben. Deshalb müssen Sie auch den Rauchmelder an der höchsten Stelle des Raumes anbringen und zwar in der Regel in der Mitte des Raumes, mindestens jedoch etwa 50 Zentimeter von der Wand entfernt.

Um ordentlich abgesichert zu sein, müssen Sie einen eigenen Rauchmelder in jedes Schlaf- und Kinderzimmer installieren. Auch in Fluren, die als Rettungsweg für zum Beispiel Aufenthaltsräume dienen, müssen Sie mit einem Rauchwarnmelder ausstatten. Grundsätzlich sollte überall dort ein Melder installiert werden, wo Menschen schlafen.

Wer ist dafür verantwortlich?

Verantwortlich für die Installation der Rauchmelder ist stets der Eigentümer. Wohnen Sie zur Miete, ist es also Sache Ihres Vermieters, die Wohnung oder das Haus mit Rauchmeldern auszustatten. Auch die Kosten fallen in diesem Fall dem Vermieter zur Last, die allerdings im Rahmen der Modernisierungskosten mit bis zu elf Prozent im Jahr auf den Mieter umgelegt werden können.

Vorteile von Rauchmeldern

Da wir im Schlaf keinen Rauch riechen können, übernimmt diesen Part der Rauchmelder. Sobald es zu einem Brand und infolgedessen zur Rauchentwicklung kommt, wird der Rauch durch eine Photozelle erkannt und es ertönt ein sehr lauter, schriller Alarm, der ganz bestimmt jeden aus dem Schlaf reißen wird. Somit haben Sie die Möglichkeit, noch rechtzeitig Ihre Wohnung zu verlassen und Ihre Familie und die Haustiere in Sicherheit zu bringen. Untereinander vernetzte Rauchmelder haben sogar den Vorteil, dass Sie selbst dann auf einen Brand hingewiesen werden, wenn dieser beispielsweise am ganz anderen Ende des Hauses ausbricht und Sie den dort installierten Rauchmelder ansonsten gar nicht hören würden.

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